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Archiv für den Monat Mai 2005

Abschied

Ein letzter Kuss
Eine letzte Umarmung
Ein letztes Wort von Dir:
„Danke für die schöne Zeit. Mach’s gut!“

Ich stehe hinter dickem Glas – sehe wie du in die Maschine steigst
Ein letzter Gruß hinauf zu mir
Dann entschwindest Du meinem Blick
Ich weiß heute noch nicht, für wie lange

Die Maschine startet die Motoren – die Propeller rotieren
Sie rollt über die Bahn – beschleunigt – hebt langsam ab
Der Flieger gleitet durch die Lüfte
Er schwenkt schließlich ein – der Abendsonne entgegen
Ich blicke ihm nach – er trägt Dich hinfort von mir
Die Wolken verschlucken einen kleinen schwarzen Punkt
Längst schon kann ich ihn nur noch erahnen
Doch meine Augen verharren dort, wo ich ihn zuletzt sah
Hoffe, Dir so nahe sein zu können, doch Meter um Meter entfernst Du Dich

Die Sonne bahnt sich ein Portal durch die Wolken
Sendet ihren warmen rotgoldenen Schein auf das Land
Läßt die Wolken in einem Kranz erstrahlen, wo sie sie durchbricht
Ein letzter Blick in die Ferne
Ich schließe noch einmal meine Augen – atme tief durch
Du bist weg und ich frage mich einen kurzen Moment
Sehe ich Dich wieder?

Die Welt ergreift langsam wieder Besitz von mir
Wende mich ab – verlasse allein den Flughafen,
den ich eben erst zusammen mit dir betrat
Meine Hand sucht nach Deiner
Doch sie greift ins Leere
Das Leben um mich herum nehme ich noch nicht wieder wahr
Fahre auf regennasser Fahrbahn durch die Straßen
Die Stadt kommt mir so verlassen vor
Aus dem Radio erklingt leise Musik
Meine Gedanken sind bei Dir und den letzten Tagen
Nebeldunst liegt über dem Fluss und der Stadt
Die Welt hielt inne für drei Tage
Langsam nur erwacht sie wieder zu Leben
Ich wünschte, sie würde sich mehr Zeit damit lassen

Betrete die Wohnung
Wie still sie doch ohne Dich ist
Ein Hauch Deines Duftes …
Spüre beinahe noch Deine weichen Lippen
Deine sanfte und doch feste Umarmung
Sehe Deine warmen Augen vor mir
Die Stille ist es, die mich aus den Gedanken reißt
Diese Stille, die ich einst so liebte
Nun nenne ich sie Melancholie
Wir haben eine Auszeit von der Welt genommen
Doch die Zeit bleibt nicht stehen
Wir sind ihr nur für einen kurzen Moment entflohen
Und in wenigen Minuten schon wird auch Deine Welt Dich wieder gefangen nehmen

Eine Nacht noch
Eine Nacht, in der ich in die Kissen tauche
Eine Nacht, in der mich Dein Duft glauben schenken lässt, Du seist bei mir
Eine Nacht noch, bevor der Morgen kommt
Und auch ich in meine Welt zurückkehren muss

 
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Verfasst von - 23. Mai 2005 in Gedichte

 

Erwachen

Eis und Schnee bedecken das Land.
Klirrende Kälte erstickt das Leben
Grau und wolkenverhangen der Tag
Winter hüllt die Welt in einen traumlosen Schlaf

Zaghaft durchbricht ein Sonnestrahl die Dunkelheit
Zu schwach noch, das Eis zu schmelzen
Doch stark genug, die Hoffnung auf Leben zu wecken
Bahnt er sich seinen Weg durch dunkle Schleier
Der Winter kämpft einen aussichtslosen Kampf
Die Sonne folgt dem Strahl
Sie reißt mit ihrer Kraft die Wolken auf
Und haucht einen warmen Wind über das Land

Das Eis bricht, der Schnee weicht
Die Sonne sendet Licht und Wärme
Ein grüner Schleier legt sich über das Land
Farbtupfer allenortes erstrahlen im Sonnenlicht
Die Stille weicht dem frohen Gesang der Vögel
Das Leben erwacht und bringt die Hoffnung mit.

– Für Thomas – 

Winter war es, als du in mein Leben kamst.
Du bist die Sonne, die mir das Leben zeigt.
Bringst mir den Frühling voller Licht und Wärme
Schenkst mir Geborgenheit
Gibst mir Hoffnung und Vertrauen
Und auch, wenn Du mich nicht lieben kannst, hast Du mir so unendlich viel gegeben, dass ich nicht weiß, wie ich es Dir danken kann.
Denk immer dran: Alles ist gut so wie es ist.
Mach Dir um mich keine Sorgen. Gefühle lassen sich nicht beeinflussen und das Leben lässt sich nicht aufhalten.
Du bist auch ohne Liebe ein Teil von meinem Leben geworden, den ich nicht mehr missen möchte.

 
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Verfasst von - 17. Mai 2005 in Gedichte

 
 
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