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Sprüche – 005

21 Aug

Da war noch was …

Neulich Abend beim Fernsehen bin ich über folgenden Satz gestolpert:

Die Welt ist kein romantischer Ort mehr.
Einige Menschen in der Welt sind es aber noch.
Und darin liegt die Hoffnung.

~ John „das Gummibärchen“ Cage in Ally McBeal ~

Romantik – dieser verklärte Blick auf die Welt durch eine rosarote Brille?

Für mich ist Romantik mit einem viel tieferen Erleben als Kerzenschein, Rotwein und lauschiger Musik verbunden.

Wikipedia (Internetlexikon) sagt zum Thema:
Im heutigen, allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Romantik mit dem Adjektiv romantisch die Eigenschaft einer Sache, das Herz mit Liebe und Sehnsucht zu erfüllen, z. B. in „romantische Liebe“, „romantische Musik“ oder „ein romantischer Brief“. Oft wird der Begriff synonym zu Kitsch gebraucht.

Das hat jedoch mit der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik nichts gemein.

Die Grundsteine des Romantismus sind Gefühl, Individualität (individuelles Erlebnis) und Seele (vor allem die psychisch gequälte Seele).

In der Organisation der Gesellschaft fanden durch die Industrialisierung große Umbrüche statt, die neue Maschinenwelt führte zu Verstädterung und Landflucht, ein vormaliges Idyll war für die Romantiker dabei zu verschwinden.

Die gescheiterte Revolution in Deutschland, nach dem Vorbild der Französischen Revolution, bei der das absolutistische System, die Ständegesellschaft sowie die Macht der Kirche bestehen blieben, zeigte, dass der Wandel des „Systems“ nicht mehr in oder mit der Gesellschaft stattfinden konnte.

Dies sahen die Romantiker mit ihrer individualistischen Grundeinstellung als einen Grund, um in ihrer Dichtung in Melancholie, in fantastische, unwirkliche, idyllische Welten zu fliehen und sich aus dem gesellschaftlichen Leben weitgehend zurückzuziehen (Flucht aus der Wirklichkeit).

Romantik ist also in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs entstanden, in Zeiten der Kapitalisierung. In Zeiten, in denen man begann, nach dem Motto „schneller, höher, weiter“ zu leben. Das Miteinander, das Denken, das Wahrnehmen anderer, die Individualität – all das war nicht mehr wichtig und rückte in den Hintergrund.

Gut, die Romantiker sahen die Welt schon ziemlich verklärt und bauten sich Traumwelten auf, aber sie zeigten Tiefgang, erinnerten die Menschen an ihre Ursprünge, erinnerten sie auch daran, ihre Kindheit in gewissem Maße zu bewahren und prangerten damit letztlich auch die gesellschaftlichen Zustände an.

Was ich bewundere und auch mir eigen ist, ist der Tiefsinn ihrer Gedankenwelt, obwohl ich schon auch aus eigener Erfahrung weiß, dass man sich nicht zu sehr in die Tiefen ergeben sollte, weil man sonst in einen Strudel gerät, aus dem man nicht mehr oder nur mit viel Mühe entkommen kann. In diesen Tiefen vergraben lässt es sich heute schlecht überleben. Der Sinn für die Realität ist schon nicht schlecht, um zu überleben und nicht unterzugehen.

Und betrachtet man sich die heutige Zeit … naja … ich sag mal so: Ein klein wenig Romantik und ein klein wenig Tiefgang in der Gedankenwelt kann der Welt nicht schaden. Und es gibt Hoffnung, wenn man erkennt, dass es doch noch vereinzelt derartige Romantiker auf der Welt gibt.

Die Erde dreht sich weiter, wir können sie nicht aufhalten und wir können wohl auch gewisse gesellschaftliche Entwicklungen nicht aufhalten, aber wir können versuchen, uns diesen Entwicklungen nicht willen- und gedankenlos zu ergeben und schon alleine dadurch etwas bewirken.

Ich denke, eine gesunde Mischung von Realismus und Romantismus würde unser Leben und Zusammensein schöner und leichter machen!

Nur mal so nebenbei – ich liebe die Serie „Ally McBeal“ und zwar vom Tag seiner Erstausstrahlung an.

Es bedurfte in Deutschland allerdings einer wiederholten Ausstrahlung der ersten Staffel, damit die Serie so etwas wie Kultstatus erreichte – an „Sex And The City“ oder „Desperate Housewives“ war da noch lange nicht zu denken.

Aber dann war sie überall – die Allymania *jiharr*

Aber ich liebe Ally McBeal vielleicht nur daher, weil – lassen wir die Äußerlichkeiten mal da, wo sie hin gehören, nämlich außen vor –

~ sie kleine Männchen sieht, die nur sie sieht

~ sie überhaupt eine so herrlich verschrobene Gedankenwelt und Phantasie hat

~ sie grandios chaotisch ist

~ sie den Glauben an das Gute im Menschen einfach nicht verlieren mag

~ sie im Grunde ihres Herzens sehnsüchtig ist nach einer verwandten Seele

~ sie an die Liebe glaubt und hofft, ihr zu begegnen

~ sie keine Witze erzählen kann

~ sie trotz größter Bemühungen doch in jedes sich ihr bietende Fettnäpfchen tritt

~ sie Anwältin ist

~ sie mir so ähnlich ist

 

*seufz* Ally ist ein Ly!

Alles wird wieder gut, Ly!

Ja, Ally, vielleicht …

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Verfasst von - 21. August 2007 in Zitate

 

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