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Sprüche – 008

22 Aug

Freundschaft erlaubt einem nicht automatisch, dem anderen unangenehme Dinge zu sagen. Je näher man einem Menschen ist, desto wichtiger werden Taktgefühl und Höflichkeit.

~ Oliver Wendell Holmes ~

Einspruch Euer Ehren!

Ich sehe das mal wieder komplett anders.

Liegt das eigentlich an mir, dass ich immer erst einmal dagegen bin? *überleg*

Wo – wenn nicht in einer Freundschaft – sollte es erlaubt und gewollt sein, dass man sich gegenseitig unangenehme Dinge sagt. Eine Freundschaft verkraftet das – das macht eine Freundschaft in meinen Augen auch aus.

Wie soll ich mich selbst reflektieren können, wenn ich – sei es aufgrund der Situation oder persönlicher Betroffenheit – blind und taub bin für eigentlich offensichtliche Dinge und mich noch nicht einmal ein Freund zum Denken anstößt oder auf die Dinge aufmerksam macht?

Immerhin ist es gut möglich, dass er mich durch sein Schweigen in für mich unangenehme Situationen tappen lässt, die vielleicht auch mit unangenehmen Konsequenzen für mich verbunden sind. Und noch schöner für mich, wenn er mir dann hinterher auch noch sagt, er habe es kommen gesehen, aber mir nicht wehtun wollen, indem er mich darauf aufmerksam macht.

Ich empfinde es als falsch verstandene Freundschaft, wenn mir meine Freunde aus Takt und Höflichkeit unangenehme Dinge über mich vorenthalten. Schweigen aus Takt und Höflichkeit ist in meinen Augen eine – wenn auch abgeschwächte – Form von Verlogenheit mit der Konsequenz, dass ich beginne daran zu zweifeln, ob ich als Mensch meinen „Freunden“ noch etwas bedeute und ihnen vertrauen kann.

Eine Frage des Taktgefühls und der Höflichkeit ist sicherlich nicht, ob man einem Menschen unangenehme Dinge über ihn erzählt, sondern viel mehr, wie man dieses tut.

Oberflächlichkeit finde ich an jeder Ecke – meine Freunde schätze ich unter anderem deshalb so sehr, weil wir derart offen und ehrlich miteinander umgehen können, dass wir uns die unangenehmen Dinge auch sagen können, ohne es einander übel zu nehmen.

Keiner hört gerne unangenehme Dinge über sich, aber einfach die Augen zu machen (was ich nicht sehe, ist auch nicht da) lässt diese Dinge nicht verschwinden. Es kann sie sogar noch schlimmer machen.

Lieber schlucke ich erst einmal und setze mich mit dem Problem auseinander, als am Ende das ganze Elend volle Breitseite zu bekommen und dann auch noch ein Problem mit der Frage zu haben, wem ich auf dieser Welt eigentlich noch vertrauen kann.

Und noch etwas:

Freunde dürfen sich auch gerne einmal angenehme Dinge übereinander sagen. Ein klein wenig Bestätigung ist gut für die Seele.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf meine Freunde

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Verfasst von - 22. August 2007 in Zitate

 

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