RSS

Archiv für den Monat November 2007

Jahresinventur in der Abteilung "Sünden"

Uiuiui … sowas passiert, wenn man im Büro hockt und einem die Ideen, wie man den Tag rumbringen könnte, ausgehen.

Also, nur um das vorab klar zu stellen, mir fiele jede Menge ein, womit ich meinen Tag sinnvoll rumbringen könnte (außerdem sieht’s in meiner Wohnung nach meinem letzten Bastelanfall auch mal wieder lieblich aus – Tieffliegerangriff mittlerer Stärke), all das lässt sich hier im Büro aber nicht wirklich umsetzen – und mir stehen noch genau 6 solcher Tage bevor *jaul*

Da flattert mir heute eine Mail mit dem Betreff „Das kann teuer werden!“ in den Kasten und macht mich neugierig.

Seit neuestem ist Geiz ja nicht mehr geil, sondern wir hassen teuer (soll jetzt wohl intellektuell klingen, neue Zielgruppen ansprechen etc. pp – na ja, wenn sie denn meinen … mir ist es egal).

Was kosten deine (in diesem Falle MEINE) Sünden?

Zeit für die alljährliche Inventur … dann wollen wir mal …

~ Übertrag Vorjahr
~ Zugänge
~ Abgänge

Anmerkung der Redaktion:
Letztere gibt es nicht mehr, seit der Ablasshandel für uns Protestanten abgeschafft wurde. Aber wurde dafür nicht jemand ans Kreuz genagelt?

Link angeklickt, zutreffende Positionen angekreuzt (und zwar ehrlich) und siehe da *ratter-ratter-ratter-pling* der Rechner spuckt doch tatsächlich was aus.

Bitte prüfen Sie Ihren Bon unmittelbar nach dem Kassiervorgang!

SÜNDENQUITTUNG (keine Buchung ohne Beleg, nä?!)

Ich zeige beim Autofahren manchmal Vögel oder Stinkefinger – 15,00 €
Was ich verbal so von mir gebe, wenn ich meinen „guten“ Tag habe, wollen die gar nicht wissen? *koppkratz*

Ich habe einen Unfall verschuldet – 35,00 €
Eigentlich waren es zwei, aber da ist nicht viel passiert (bissi Lack angekratzt und eine Anhängerkupplung in meinen Scheinwerfer gedrückt – gut gezielt), und ich hab dafür schon mehr als genug bezahlt, weil ich in der Versicherung logischerweise höhergestuft wurde – Doppelte Veranlagung … Schweinerei *motz*. (na lieber nicht so laut, sonst werden die Verbalattacken noch nachberechnet)

Ich bin völlig besoffen oder zugekifft Auto gefahren – 300,00 €
ähm *räusper*… Kein Kommentar *schäm* (Das ist ausserdem Jahre her!)

Ich lüge manchmal, dass sich die Balken biegen – 15,00 €
Auch Jahre her … ehrlich … heute kann ich das irgendwie nicht mehr!

Manchmal lästere ich über das Aussehen von anderen – 15,00 €
Jahaaaaaaa *hops* – am liebsten im Sommer, während ich irgendwo in einem Straßencafe bei einem Latte Macchiato mit Sonnenbrille auf der Nase hocke. Dafür zahle ich auch gerne etwas mehr. Das laß ich mir nicht nehmen …nänänänänänääääää!!!

Ich versuche, in einem unbeobachteten Moment in fremde Schubladen und Schränke zu gucken – 15,00 €
Hin und wieder kann ich meiner Neugierde nicht widerstehen.
Hey, ich bin eine Frau, dass liegt in meinen Genen.

Ich habe meinen Eltern Geld gestohlen – 300,00 €
Boah! *protestier* So viel war das noch nicht einmal!
Ich war jung (10 Jahre) und brauchte das Geld.
Ich schäm mich ja auch dafür, außerdem tut mir der Poppes bei dem Gedanken an die Konsequenzen heute noch weh – es ist nämlich aufgeflogen.
Also an alle mitlesenden Kinder: Eltern bestehlen lohnt sich nicht!

Ich habe jemandem gesagt, er war gut im Bett. obwohl das nicht stimmte – 15,00 €
Ich wollte einfach nur schlafen.

Ich habe absichtlich die Hausaufgaben nicht gemacht – 15,00 €
Japp! Pah – und ihr habt gedacht, ich wäre ein Streber gewesen, nä?!

Ich habe schlechte Noten vor meinen Eltern verheimlicht – 30,00 €
Einmal!

Meine Haare sind gefärbt – 30,00 €
Pah … einmal Färben, Waschen, Schneiden, Fönen ist selbst beim McHair teurer.

Wenn ich mein Gewicht angebe, stimmt das nicht – 30,00 €
Ich bin eine Frau – was erwartet die werte Leserschaft? Ich schummle aber nicht doll – aus Fehlern lernt auch Frau!

Ich hatte schonmal Cybersex / Telefonsex mit einem Fremden – 15,00 €
Was’n? *unschuldigguck* … Ihr nicht?

Ich mache einen Pups und schiebe die Schuld für den Mief auf jemand anderen – 4,99 €
Jahaaaaaa *hüpp* … immer wieder gerne!

Ich habe schon mal Früchte geklaut – 0,05 €
… in Nachbars Garten

Ich benutze manchmal Sexspielzeug – 0,29 €
*maul* … Walter brummt aber seit einem halben Jahr etwa nimmer und ich hab die Quittung verlegt, sonst hätte ich von den Garantieleistungen Gebrauch gemacht *schnief*

Ich mag Oralverkehr – 4,99 €
Kein Kommentar!

Ich pinkle manchmal ins Schwimmbecken – 6,49 €
… würde das aber niemals zugeben – 1,49 €

… was ich hiermit ja getan habe, aber dem Bademeister gegenüber würde ich es noch nicht einmal dann zugeben, wenn sich die ins Wasser eingebrachte Indikatorlösung um mich rum verfärbt.

Ich mag Sex in einem öffentlichen Schwimmbad – 4,99 €
Naja, ich hab’s schon mal getan *flüster* … war aber ein Baggersee.

Ich hatte schon mal Sex im Wald oder am Strand – 4,99 €
Ja nun, bissi was animalisches ist uns trotz Evolution ja noch erhalten geblieben, nech?

Summe: 858,28 €

Oha ! *schluck*

Autsch ! *bedröppeltguck*

Doch so viel ?! *staun*

Naja, ist in diesem Jahr aber nicht sehr viel dazu gekommen – ehrlich ! *schwör*

Hm, Portemonnaie rauskrame … reicht nicht …

Kontoauszüge durchblätter … *jaul* .. am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig …

Mist ! *fluch*

Kann ich anschreiben? *liebguckundmitaugenklimpere*

Ich hab auch noch nicht vor, in die Kiste zu steigen und zur Kasse zu gehen.

Ich bleib noch bissi hier… es ist hier nämlich grad so schön *jiharrrrrrrr*

Advertisements
 

Münteferings Rückzug aus der Politik

Wenn du geschwiegen hättest . . .
Von Hellmuth Karasek

Vergangene Woche sind mir aus gegebenem Anlass und guten Gründen einige Volksweisheiten, philosophische Erkenntnisse und geflügelte Worte unabweislich eingefallen, wie lästige Fliegen summten sie in meinem Kopf.

Zum Beispiel die chinesische Weisheit, die Laotse oder Kung Fu oder Groucho Marx zugeschrieben wird und die ich in einem Glückskeks in einem China-Restaurant gefunden habe (auf der anderen Seite war ein Horoskop für einen Widder, dabei musste ich an Mehdorn denken). Die lautet:

Es ist besser,
schweigend für einen Dummkopf gehalten zu werden,
als es durch Sprechen zu beweisen.

Ich erkläre hier schon feierlich, dass, falls Sie denken, ich hätte das auf den Bundestagsvize Thierse gemünzt, mich schon im Voraus bei ihm entschuldigen möchte. Ich finde, das Wort Dummkopf wäre dann aus dem Zusammenhang gerissen. Andererseits bin ich am Ende meines Lateins, wenn ich sage: Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben oder wie der alte Römer spricht: philosophus mansisses! Philosoph, nein, so weit möchte man im Fall Thierses auch wieder nicht gehen. Obwohl die (ihm offenbar nahestehende) „Süddeutsche Zeitung“ ihn als Schöngeist bezeichnet. Der, Verzeihung, etwas zauselige Vizechefparlamentarier, schön? Das findet, vermute ich, nicht einmal seine von ihm wegen seiner politischen Verpflichtungen im Hellen zurückgelassene Gattin, selbst wenn er für sie ein Ideal ist. Oder meinte er Idol? Egal! Und Geist? Der weht bekanntlich, wo er will, und um besagten Schöngeist herrscht eigentlich meistens Windstille.

Vielleicht sollte man eher an Schiller denken. An die Kraniche des Ibykus, wo einer der Meuchler (nein, nicht Heuchler!) rief: Sieh da, sieh da, Timotheus, die Kraniche des Ibykus!, um dann selber aufzufliegen. Kaum war das Wort dem Mund entfahren, wollt‘ er’s im Busen gern bewahren! Das passt am besten, wenn man sich vor Augen hält, dass zu Schillers Zeiten der Busen noch nicht Zeichen öffentlicher sexueller Erregung, siehe Pamela Anderson, siehe auch Dienstreisen des VW-Betriebsrates, sondern auch der Körperteil des Mannes war, an dem sich Freunde bitterlich ausweinten. Hat Thierse einen solchen Freund, wenn ihm etwas entfährt, was er besser bei sich behalten würde?

Da bietet sich Müntefering an, der Thierse raten würde.

Interview geben ist Mist!
Klappe halten ist besser!
Glück auf!

~ erschienen im Hamburger Abendblatt vom 19.11.2007 ~


Der Herr Karasek war mir ja irgendwie schon immer sympathisch – jetzt gleich noch ein Ticken mehr!

 

Ohne (weitere) Worte

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 6. November 2007 in Sentimentalitäten

 
 
%d Bloggern gefällt das: