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27 Feb

Selbst ist die Frau
Von Armgard Seegers

Jetzt boxen sie schon, sind Fußballweltmeister und Bundeskanzlerin. Demnächst werden die Frauen wohl auch noch die letzte männliche Domäne für sich erobern – den Baumarkt.

Die Amerikaner sind uns ja immer ein paar Jahre voraus. Von dort erreicht uns jetzt die Nachricht, dass Handwerkskästen der letzte Schrei bei den weiblichen Lifestyle-Accessoires sind. „Do it herself“ heißen die Dinger, in denen dann zur Freude der Frauen auch ein rosafarbener Hammer liegt.

 

Eine kanadische Firma bietet fast todschicke Arbeitsstiefel in Rosa, Rot und Hellblau an. Welche Schuhkäuferin – auch das soll ja eine urweibliche Leidenschaft sein – kann da schon widerstehen? Die Treter fehlen doch beinahe noch in jeder Schuhsammlung.

Selbst ist die Frau. Die Umgestaltung des Heimes zählt schließlich seit Urzeiten zu den weiblichen Lieblingstätigkeiten und sollte nicht aufs Wegräumen der in der Wohnung verteilten Männerkleidung oder das Ausräumen der Geschirrspülmaschine beschränkt bleiben. Heimwerken ist in. Und das nicht nur bei Langzeit-Singles, frechen Mädchen oder Geschiedenen, denen der Mann, mitsamt dem Handwerkskastensortiment abhanden gekommen ist. Auch Lebenspartnerinnen, die schon Dutzende Male vergebens gebeten haben: „Könntest du bitte mal das Regal anbringen?“, sollten jetzt nicht die Daumenschrauben ansetzen, sondern selbst zu Schlagbohrer und Dübeln greifen. Ganze Ratgeberreihen, Selbsthilfekurse, Videos und Internetportale mit verlockenden Angeboten wie „Kamine selbst gebaut an nur einem Wochenende“ leben gut von unerschrockenen Bastlerinnen.

Vielleicht hat die Liebe zur weiblichen Heimwerkerei ja damit angefangen, dass die Frauen entdeckt haben, dass Nagelsortimente im Baumarkt wesentlich attraktiver platziert sind als im Kosmetikstudio. Im Heimwerkerladen laufen nämlich jede Menge Männer herum. Ein heißer Ort für Kontakte also. Wie dumm würde es da aussehen, wenn man mit Augenaufschlag und Piepsstimme fragen würde, wo der Hammer hängt. Lieber gleich den Nagel auf den Kopf treffen und mit einem XXL-Werkzeugkasten in der Hand den netten Typ am Regal gegenüber um fachmännischen Rat bitten: „Könnten Sie mir zeigen, wie man bei mir im Wohnzimmer die Lampe zum Glühen bringt?“ Hoffentlich ist da nicht gleich der Ofen aus. Aber den kann man ja dann notfalls gemeinsam reparieren.

Handwerk ist durch Gewohnheit erlangte Geschicklichkeit.

~ Sully Prudhomme ~

(Quelle: Hamburger Abendblatt vom 27.02.2008)

 

Also – zur Klarstellung sei diesseits mal folgendes erwähnt …

… die letzte männliche Domäne ist der Baumarkt schon lange nicht mehr, nä?

… klar laufen in Baumärkten jede Menge Männer rum – die jungen allerdings im Schlepptau ihrer holden Weiblichkeit – ansonsten hab ich da nur Männer gesehen, die schon altersmäßig jenseits von Gut und Böse sind und schon desterwegen gar nimmer in mein Beuteschema passen würden (die hierfür passenden weiblichen Pendants hab ich da allerdings noch nicht rumlaufen sehen – zumindest nicht ohne in einem Mindestabstand von 2 Metern hinter ihrem ebenfalls nicht jüngeren Gatten herzulaufen – so daß ich mich frage, was die reifen Kerle da überhaupt wollen)

… was bleibt Frau auch anderes übrig, als selbst Hand anzulegen, wenn kein Mann in greifbarer Nähe oder der greifbare nicht mit dem Handwerksgen gesegnet ist, wobei es natürlich auch die Fraktion gibt, die nach dem Motto „Dummheit schafft Freizeit!“ lebt – mein Erzeuger hat beispielsweise nach der Phase, in der er meine Mutter wohl noch umwarb – wenn es so eine Zeit überhaupt gab – nicht ein Loch mehr in irgendeine Wand gebohrt … Wozu hat man sich denn Kinder angeschafft? *abwink*

… auch, wenn ich mir mein Bett selbst in meine Schlafnische gebaut habe (und es ist auch nach 1 ½ Jahren immernoch stabil) hab ich auch ein ganz ein süßes Mädchenhämmerchen (sowas bekommt man allerdings nicht im Bau- sondern im Kreativmarkt und man hat damit keine Nägel in die Wand – auf meinem Basteltisch macht es sich allerdings sehr dekorativ)

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Verfasst von - 27. Februar 2008 in Tagesgedanken

 

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