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Nachts im Miethaus

10 Apr

Manchmal, wenn man gerade friedlich von der Phase des Einschlafens hinüber wandert in die unendlichen Tiefen des erholsamen Schlafes (und man durchaus froh darüber ist), kann es passieren, dass man durch ein Geräusch unsanft zurückgeholt wird in die reale und wache Welt (worüber man weniger erfreut ist) und danach für Stunden nicht wieder einschlummern kann.

Ein Phänomen, das ich von Zeit zu Zeit an mir selbst beobachten kann.

Das Schlimme daran ist ja nicht, das ich erst einmal wieder wach bin.

Als wirklich schlimm empfinde ich den Umstand, dass ich, wenn ich aus meiner Einschlafphase erweckt werde, für mindestens zwei Stunden nicht wieder einschlafen kann – und dabei kann ich noch so müde sein.

Neulich erst – in der Nacht von Sonntag auf Montag – wurde ich, nachdem ich mich gegen 1:30 Uhr endlich auf den Weg ins Land des Lächelns machte, durch einen Disput in dem über unserem gelegenen Schlafzimmer geweckt. Also, der Disput an sich war es wohl nicht – entweder ist jemand mit Anlauf ins Bett gesprungen oder irgendetwas ist zu Boden gefallen (den Disput oder die Diskussion – was auch immer es war – bekam ich erst mit, als ich schon wach war).

Damit war es erstmal vorbei mit dem Einschlafen.

Nachdem ich mich eine Stunde hin und her gewälzt hatte, entschloß ich mich, etwas frische Luft zu schnappen und am geöffneten Fenster ein Zigarettchen zu rauchen – so zur Beruhigung der Nerven und so.

In der Wohnung unter uns feierte Karl-Heinz noch immer ausgelassen mit seinen Freunden.

Das für sich ist auch nichts wirklich Neues, aber Helga Hahnemann und ihr „Hier kommt die Süße“ ging als Musikauswahl irgendwie gar nicht. Keine Ahnung, ob er da eine Schlager-Move-Vorbereitungsparty steigen ließ.

Ist ja auch egal!

Zurück im Bett wälzte ich mich noch eine geschlagene Stunde hin und her – immer darauf bedacht, meinen neben mir liegenden und friedlich schlummernden Schatz nicht zu wecken (er mußte schließlich am nächsten Tag früh raus und zur Arbeit) – bis ich dann irgendwann gegen 4 Uhr morgens da weiter machen konnte, wo ich gute 2 Stunden vorher aufgehört hatte.

Letzte Nacht war’s dann aber wenigstens mal richtig interessant:

Es begann wie in der Nacht auf Montag – gegen 23:00 Uhr nur schon etwas früher.

Gleiches Szenario – ich war auf dem Weg ins Land ewiger Jugend und Glückseligkeit, als mich wieder Gepolter aus der Wohnung über uns unsanft zurück holte.

Dieses Mal war es aber ein wirklicher und ausgewachsener Disput. Und nicht genug, dass nur wir in unserem Schlaf gestört wurden, verlagerte sich der Disput auch noch ins Treppenhaus – vermutlich weil es so schön schallt und dem Streit so eine dem Anlass entsprechende Kulisse bietet.

Das erste, was wir deutlich vernahmen war ein: „Mach, dass du rauskommst, aber schnell!!!“

Dann flog Porzellan (vermutlich kein Meißner).

Die folgende laute „Konversation“ wurde vom Schall geschluckt. Irgendwas war’s mit: „Du Hurensohn …“

Dann ein *rums* und die Haustür fiel ins Schloß.

Wie, das war’s schon? … Zugabe … Zugabe … Zugabe …

Die Haustür öffnete sich wieder und eine mit Katzenjammer gefüllte und dennoch laute Stimme erschallte im Hausflur: „Das wird dir noch leid tun! Das wirst du bereuen! Wart’s nur ab! Hörst Du?!“

Mittlerweile war mindestens die Hälfte der Nachbarschaft wach und im Treppenhaus. Von der Nachbarin vernahm ich nur ein: „Hallo? geht’s noch? Ich mach hier mit meinem Sohn Hausaufgaben!“

Hä? Nach 23:00 Uhr noch Hausaufgaben? Der Knirps ist maximal in der 4. Klasse …

Na, tolle Nachbarschaft hast du hier, mein Schatz *koppschüttel*

Sicherlich, mein Nachbar trinkt auch gerne mal einen über den Durst. Das tut er dann aber ausserhalb und wenn er dann geschlagene 20 Minuten vor seiner Wohnungstür steht und versucht, Schlüssel und Schlüsselloch miteinander zu vereinen, verhält er sich zumindest ruhig.

Um es noch kurz zu beenden: Der Mann der Hausmeisterin, die mit im Haus wohnt, mischte sich dann noch ein. Allmählich wurde es im Treppenhaus auch wieder ruhiger. Über uns noch kurzzeitig etwas lautere Musik und dann war es wieder im ganzen Haus still. Bei Karl-Heinz brannte noch Licht, aber wenigstens ohne Hintergrundbeschallung.

Und – oh Wunder – ich brauchte nicht einmal meine obligatorischen 2 Stunden, um wieder in den Schlaf zu finden.

Ich summte ein Lied vor mich hin und während ich versuchte, mich an den Text zu erinnern, hab ich den Übersprung dann wohl geschafft.

Jetzt kann ich das Lied auch wieder:

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Verfasst von - 10. April 2008 in Beobachtungen

 

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