RSS

Nachts im Miethaus die II.

18 Apr

Manchmal wiederholen sich Dinge, auf die man gut verzichten kann.

Gerade mal 8 Tage und Nächte war Ruhe im Haus (zumindest nachts und zumindest dann, wenn wir da waren) – selbst Karl-Heinz unter uns feierte keine Partys und es zog kein süßlicher Geruch von ihm hoch durch unser Fenster – da ging es glatt wieder los.

Zumindest ließ man uns gestern bis 4:23 Uhr schlafen. Auf dem Weg zur Pipibox ging es los – schlaftrunken und bemüht, nicht allzu wach zu werden vernahm ich plötzlich lautes Stimmengewirr – Ortung der Quelle noch unklar. Zuerst hatte ich – ich gestehe – Karl-Heinz im Verdacht, aber ein Blick aus dem Fenster auf die Grünfläche hinterm Haus verriet mir, dass es bei Karl-Heinz dunkel war und er nicht der Übeltäter sein konnte. Also kamen nur die Mieter über uns in Betracht.

Zurück im Bett wurde es lauter und bald war ich mir sicher: Da läuft der Fernseher. Und wenige Augenblicke später war klar: Da guckt jemand „La Boum II – Die Fete geht weiter“ – ich kenne den Film aus Teenietagen noch in- und auswendig. Und es war derart laut, dass ich die Dialoge mitsprechen und entsprechenden Szenen zuordnen konnte.

Mit Schlafen war es da bereits vorbei. Schatzi war mittlerweile auch wach – der arme Kerl tut mir so leid, weil meine Schlaflosigkeit hin und wieder nicht spurlos an ihm vorbei geht.

Aber er ist auch ein Held, mein Held, nä?!

Kurze Zeit später – ich war bereits am Wandeln durch die Wohnung – zog er sich Jogginghose und T-Shirt an, um den Übeltäter ausfindig zu machen und ihn anzusprechen – mittlerweile konnte auch er, der damit so gar keine Probleme zu haben scheint, nicht mehr einschlafen.

Mein Verdacht war ja, dass da gar niemand zu Hause sei, und das Haustier (vermutlich ein Hund) die Fernbedienung unter seine Pfoten bekommen hat. Der Verdacht erhärtete sich, als auf Schatzis Klingeln, das ich bis zu uns hörte, niemand öffnete.

Was nun?

Anhand der Szenenzuordnung durch Dialogverfolgung war klar, dass der Film noch eine ganze Weile laufen würde.

Was macht man in so einer Situation?

Die Hausmeisterin rausklingeln? Die Dame auch noch wach machen? … Nein, keine gute Idee – letztlich kann sie ja auch nichts ausrichten, wenn offensichtlich niemand die Tür öffnet.

Was, wenn da was passiert ist?

Nach dem Beziehungskrach in der letzten Woche ist das ja nun auch nicht auszuschließen. Was wenn ER es nun doch bereut hat? Was, wenn ER sich betrunken und tief in seine Depression gezogen hat? Was, wenn ER sich was angetan hat? Die äußeren Anzeichen – laute Musik oder lautes Fernsehen (damit man den Stuhl nicht kippen und das Röcheln nicht hört) sind SO unüblich nicht für Suizidanten.

Schatzi und ich sind sonst lange nicht so, aber in dieser Situation wußten wir uns nicht anders zu helfen, als morgens kurz nach 5 Uhr die Polizei anzurufen, um zu fragen, wie wir uns verhalten sollen.

„Wir kümmern uns darum!“

Keine 10 Minuten später hörten wir auch schon ein Tatü-Tata auf der Straße. Klingeln an unserer Tür, kurzes Abfragen des Sachverhaltes. Klingeln an der Wohnungstür über uns – lautes Klopfen – nochmaliges Klingeln – und siehe da – die Tür wurde geöffnet und es kehrte tatsächlich Stille ein.

Während ich danach wider Erwarten relativ schnell eingeschlafen bin, war für Schatz die Nacht zu Ende – Herzlichen Glückwunsch!

Ich vermute mal, dass – wenn überhaupt – nur ein geringer Anteil der Nachbarschaft das nächtliche Treiben – insbesondere das Eintreffen der Polizei – mitbekommen hat, aber nun weiß es trotzdem das ganze Haus, denn die Übeltäter beschwerten sich durch öffentlichen Aushang darüber, dass man derartige Dinge doch auch friedlich in einem persönlichen Gespräch klären könnte, ohne gleich die Polizei zu rufen.

Sie belieben vermutlich zu scherzen!

Wie soll man es denn nachbarschaftlich durch ein persönliches Gespräch klären, wenn niemand die Tür öffnet? (Und damit auch das gleich noch jeder weiß, haben wir genau diese Antwort darunter geschrieben!)

Kein Wort der Entschuldigung – also kein bisschen Selbsteinsicht. Stattdessen so dämlich, einen öffentlichen Aushang zu machen, dass es ja das ganze Haus weiß … „Bei … war heute Nacht die Polizei, weil sie Krach gemacht haben!“

Bei manchen Menschen reicht das Hirn echt nicht von jetzt bis gleich *koppschüttel*

Advertisements
 
Ein Kommentar

Verfasst von - 18. April 2008 in Beobachtungen

 

Eine Antwort zu “Nachts im Miethaus die II.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: