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Bergfest!

26 Aug

Manchmal gibt es Tage, an denen man einfach nicht aus dem Knick zu kommen scheint.

Hilfe, ich hab meine Tage! (Nicht DIE Tage!!!)

Ich komme schon seit Tagen irgendwie nicht richtig in die Pötte – und eigentlich kenne ich das gar nicht mehr von mir.

Eigentlich macht mir mein Job riesigen Spaß.

Eigentlich reichen meine Arbeitstage nicht aus, um all die Papierflut und Mieteranfragen zu bewältigen.

Eigentlich ist mein Arbeitstag immer viel zu schnell rum – selbst, wenn ich bis abends 21 Uhr hier hocke.

Eigentlich …

Eigentlich stelle ich mir die Frage, wo der Elan momentan auch herkommen soll.

Unser IT-System muckt hier nun schon seit beinahe 4 Wochen rum. Abgesehen von ein paar kleineren Stotterern hat es richtig damit angefangen, dass ich mich eines schönen morgens nicht mehr auf unserem Server einloggen konnte. Angeblich bin ich nicht als Benutzer in der Datenbank angelegt. Na prima, von einer Kündigung wußte ich noch gar nichts.

Es hat sage und schreibe 7 Stunden gedauert, bis ich mich wieder anmelden konnte. Zwischendurch haben unzählige Mitarbeiter unseres IT-Dienstes (der sinnigerweise in Köln sitzt) per Remotedingens auf meinem Rechner rumgewühlt.

Ist ja mal ganz nett, anderen bei der Arbeit zuzusehen, aber während der heißen Phase der Budgetplanung für 2010 ist jede Minute kostbar. Unsere amerikanische Heuschrecke hat Termine gesetzt und die sind einzuhalten – komme, was wolle.

An besagtem Tag sind mir locker schlappe 420 solcher wertvollen Minuten flöten gegangen.

Nach den 7 Stunden Nichtstun konnte ich mich wenigstens wieder einloggen – alle Kollegen waren mir "unendlich dankbar", dass ich Ihnen 15 Freiminuten verschafft habe, weil der Server neu gestartet werden mußte. Und mit welchem Ergebnis? Ich konnte mich wieder einloggen, aber mehr auch nicht.

Alles, aber auch wirklich alles, war verstellt. Exel-Tabellen spuckte der Drucker unserer Teamsekretärin aus. Word-Dokumente landeten auf dem Drucker unserer Chef-Buchhalterin.

Und ich fluche, weil mein Drucker nicht druckt.

Pah, meinen Drucker als Standarddrucker einrichten? Ja, für genau einen Druckvorgang. Sobald ich ein neues Dokument aufmachte – schieterallala.

Zuletzt bearbeitete Dateien waren komplett ins Nirvana abgetaucht. Auch das Buchhaltungsprogramm ließ mich nicht rein, weil ich – auch hier – nicht als Benutzer in der Datenbank hinterlegt bin.

Ist auch gar kein Problem, keine Zahlen abrufen zu können, wenn man mitten im Budget hängt.

Ab nach Hause und Sven wegen meines Frustrationsfaktors von geschätzten 100 bei einer Skala von 1 bis 10 vollgemault – armer Kerl.

Ab dem nächsten Tag konnte ich dann endlich wieder alle erforderlichen Zahlen abrufen und an der Budgetplanung weiter arbeiten – das System stellenweise langsam, aber immerhin anwesend.

Genau eine Woche nach meinem Totalausfall will ich mich, da ich die erste Rohfassung meiner Zahlen fertig hatte, zur Abechslung mal wieder meiner eigentlichen und primären Aufgabe der Immobilienverwaltung und Mieterpflege widmen, da stelle ich doch – schon wieder leicht entnervt – fest, dass aus unserem Anwenderprogramm heraus das Schreiben von Briefen nicht möglich ist.

Gut! Der Stapel unbearbeiteter Post füllt geschätzt auch nur einen breiten Ordner – also eigentlich gar nichts zu tun, nä?

IT-Firma angerufen – Remotedingens – ich beobachte den ferngesteuerten Mauszeiger und trommel mit meinen Fingern auf der Schreibtischplatte. Ist ja nicht so, dass ich was zu tun hätte, nein.

Gestrichene zwei Stunden später – Serverneustart. Meine Kollegen lieben mich wirklich sehr.

Alles tutti …

Anmeldung … klappt!

Buchhaltung … klappt!

Briefe aus der Anwendersoftware … klappt!

Drucken auf MEINEM Drucker … klappt nicht!
Unsere Sekretärin bringt mir meine Schreiben von ihrem Drucker gerne in mein Zimmer. Bewegung ist ja durchaus sinnvoll bei einer Bürotätigkeit.

Aufrufen zuletzt bearbeiter Datein … klappt nicht!
Mittlerweile auch egal, kommt ja ohnehin nichts mehr dazu.

Ehrlich?

Das war’s für den Tag. Null Bock auf dieses System!

Pünktlich Feierabend!

Komplett ungewohnte Situation – die Abende sind plötzlich so lang. Was fang ich mit so viel Freizeit an?

Tags drauf war es dann mal ausnahmsweise nicht nur meine Workstation. Das Arbeitstempo unseres Systems glich dem einer Schnecke – unsere Arbeit gestaltete sich nach dem Motto:

    Und als ich mich bücken wollte …
    … husch …
    … da war die Schnecke weg.

Also wieder nur ein Nine-To-Fife-Arbeitstag. Ansich ja durchaus nett – nur nicht angesichts der unbearbeiteten Papierberge. Im übrigen war die erste Budgetphase nachbesserungsbereit.

Donnerstag – mein Highlight der Woche – Jour Fixe mit meinem Haustechniker. Minimum ein halber Tag im Objekt und nicht im Büro. Mittags Anruf im Büro, daß mein Termin länger dauert, woraufhin mir unsere Sekretärin mitteilte, ich könne mir Zeit lassen und mit meinem kleinen Italiener (der Haustechniker, you know) die große Runde durchs Objekt machen – das System ist komplett zusammengebrochen, Server Totalausfall, man sei in Köln gerade mit einem Ersatzserver losgefahren. Halleluja !!!

Erwähnte ich bereits, dass ich meinen Job liebe?

(Ich liebe ihn ja wirklich, nur manchmal sind die äußeren Umstände bescheiden.)

So weit so gut – an diesem Tag paßte mir das ganz gut ins Konzept.

Remember: Letzter Donnerstag = heißester Tag diesen Jahres!!!

Im Haustechnikerbüro war es wenigstens angenehm schattig, in der Tiefgarage des Objekts sowieso und wegen der Bauweise ist es auch auf den Außenflächen immer windig – der Innenhofbereich wirkt bei Hochhäusern oftmals wie eine Esse.

Es hätte so schön sein können, zumal Sven seinen freien Tag hatte und wir so ohne schlechtes Gewissen meinerseits ob der vielen unerledigten Arbeit im Büro seit langem mal wieder einen Abend gemeinsam verbringen konnten.

Schieterallala!

Budget 2010!!!

Meine Assetmanagerin hatte sich einen vom System unabhängigen Laptop organisiert und wollte noch die eine oder andere Zahl mit mir durchgehen. Wir beide hatten ca. 1 bis 1 1/2 Stunden veranschlagt. Das hätte auch gepaßt mit 17 Uhr Feierabend. Sven war pünktlich da, nur dauerte unser Zahlengeschiebe mal eben 2 1/2 Stunden.

Murphys Gesetze sind unerbittlich!

Ich hatte natürlich – weil ich am Abend vorher eines von etwa drei Handygesprächen im Jahr führte – mein Handy daheim auf dem Schreibtisch liegen lassen, Svens Nummer also nicht dabei. Auch das ist für sich genommen kein Problem, weil seine Nummer in unserer EDV hinterlegt ist – an die kam ich nur dummerweise nicht ran, weil unser Server ja der Meinung war, nicht arbeiten zu müssen. Ich kam aber auch nicht aus dem Büro, um ihm kurz Bescheid zu geben, weil meine Assetmanagerin fertig werden wollte. Und Sven? Der kam nicht ins Büro, weil um 17 Uhr das Haus verschlossen wird und er – im Gegensatz zu mir – keinen Transponder oder Schlüssel hat. Ganz große Klasse! So hat der arme Kerl über eine Stunde auf mich gewartet – am heißesten Tag des Jahres!

Naja gut, wir wissen beide, dass wir nicht immer so pünktlich rauskommen, wie wir es eigentlich geplant haben – ich hab auch schonmal 2 1/2 Stunden auf ihn gewartet, weil er Schließdienst hatte und eine Tür der Meinung war, genau an diesem Abend mal nicht zu schließen, weshalb er den Laden nicht scharfschalten konnte – bei mir war es gefühlt der kälteste Tag des Jahres.

Langsam war’s dann auch so, dass man morgens schon ganz gespannt war, welche Sauerei sich das System und/oder der Server denn für diesen Tag ausgedacht haben. Man hatte den Eindruck, die beiden hätten sich gegen uns verbündet – Stephen King läßt grüßen?

Jiharr, das System lief. Jubel aus jedem Zimmer!

Schieterallala …

… System ja, Buchhaltungsprogramm und Anwendersoftware natürlich nicht.

Das macht alles keinen Spaß mehr! Soviel Ablage kann man gar nicht aufbauen, die wegsortiert werden könnte – schon gar nicht, wenn man seit Tagen nichts produziert hat, was abgeheftet werden könnte.

Und diese Woche?

Server läuft!

System läuft (mehr recht als schlecht, aber immerhin).

Und mein System unter meiner Fontanelle funkt:

    +++ ERROR +++ ERROR +++
    +++ No Bytes free +++
    +++ System overloaded +++

Und es ist erst Mittwoch Mittag = mitten in der Woche = Bergfest …

Und eigentlich hätte ich noch so viel zu tun …

Immerhin befindet sich das Budget ganz aktuell und in diesen Minuten in der Endabstimmung im Assetmanagement – kann also ab morgen dem Eigentümer präsentiert werden. Rein theoretisch jedenfalls, praktisch wohl erst Montag, weil es noch ein klein wenig aufgehübscht wird.

Kurz und gut: Ich bin für dieses Jahr durch mit dem Budget – termingerecht trotz aller Widrigkeiten – Ätsch, du blödes System!

Jetzt lauern noch die Betriebskostenabrechnungen auf mich.

NÄCHSTE Woche!

Wenn unser System möchte!

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