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Labskaus (ohne)

23 Okt

Als der Hasenmann und ich uns noch nicht lange kannten, äußerte er den Wunsch, so gerne einmal wieder Labskaus essen zu wollen.

Meine Reaktion hierauf war wohl die aller Unwissenden:

“Labskaus? Boah, bäh, nee. Das kannst du dir alleine kochen und auch alleine essen.”

Nun war es ja aber auch zu dieser Zeit schon so, dass ich meinen Hasenmann heiß und innig liebte und ihm keinen Wunsch abschlagen konnte. Außerdem hatte ich es selbst ja noch gar nicht probiert; in Hamburg ist es immerhin eine Spezialität.

Bei Grünkohl weigere ich mich bis heute, denn DAS habe ich bereits mehrfach probiert und es schmeckt mir ü.ber.haupt nicht. Für Grünkohl kann sich der Hasenmann ja an seinem freien Tag in der Woche beim Schützenkönig einladen und muss so nicht komplett auf den Genuss verzichten.

Wie aber kocht man etwas, von dem man gar nicht weiß, wie es am Ende schmecken soll? Zum Glück leben wir in Zeiten des Internets und so war es ein Leichtes, ein Grundrezept für ein Hamburger Labskaus zu finden.

Nun muss ich aber auch noch erwähnen, dass der Hasenmann – man mag es kaum glauben – in einigen Dingen ein kleiner Mäkelfritze ist.

Fisch zum Beispiel geht gar nicht (und das als waschechter Hamburger Jung). Des weiteren: Rote Bete geht auch überhaupt nicht. Keinen Fisch – das kann ich noch irgendwie nachvollziehen, obwohl ich der Meinung bin, dass es schon auch eine Sache der Prägung und Gewöhnung ist; der Geschmack daran kommt irgendwann von alleine. Fischburger und Fischstäbchen isst der Hasenmann ja auch. Keine Rote Bete – das kann ich aber so gar nicht nachvollziehen. Ich liebe sie! Als Kind schon hab ich darauf bestanden, auf meinem Kinderbeet im Garten Rote Bete anbauen zu dürfen.

Naja, es ist wie es ist – Fisch und Rote Bete sind in unserem Labskaus tabu. Man kann es ja auch dazu essen. Unser Labskaus heißt aus diesem Grund auch

Labskaus (ohne)

Ich war aber dabei, zu erzählen, wie ich es denn nun geschafft habe, das Labskaus auf den Tisch zu bekommen und zwar so, dass es dem Hasenmann schmeckt, ohne dass ich wusste, wie es schmecken sollte.

Ein Grundrezept hatte ich – wie bereits erwähnt – im Internet gefunden. Ich habe dann einfach – aus den bekannten Gründen – Fisch und Rote Bete weg gelassen und munter drauf los gekocht. Zur Not hätten wir etwas beim Lieferservice bestellt.

Ich gebe zu, für mich war es ob des Anblicks im Topf schon eine Überwindung, mir das Zeug in den Mund zu stecken. Augen zu und durch – im wahrsten Sinne des Wortes. So schlimm konnte es nicht werden, schließlich wusste ich, was ich da so alles vermengt hatte. Und – oh Wunder – man konnte es sogar essen; ja, es schmeckte obendrein recht gut.

Im Laufe der Zeit habe ich ein paar Dinge nach meinem Gusto verfeinert und auf den Rat des Schützenkönigs hin ergänzt. Mittlerweile ist es nach unserem Geschmack perfekt. Unser Labskaus (ohne) steht regelmäßig auf dem Tisch.

Das schönste Kompliment gab mir der Hasenmann aber, als wir das Labskaus des Schützenkönigs probierten – DAS Labskaus, das der Hasenmann aus seiner Kindheit kennt.

“Schatz,” hat er gesagt, “dein Labskaus schmeckt mir sogar besser als das vom Schützenkönig!”

Herz, was willst du mehr?! Alles richtig gemacht.

Gestern nun – wir haben ja meinen Neffen zu Besuch – das Experiment, ob es auch ihm schmecken würde. Ich hatte da so meine Bedenken – der Hasenmann hat ihm das Essen – gegen meinen ausdrücklichen Rat – sehr wirklich sehr bildhaft geschildert (“sieht aus, wie schon mal gegessen”, war noch die harmloseste Beschreibung). Entgegen meiner Erwartung hat der Lümpel sogar aufgegessen. Er meinte, es sei nicht so, dass man es nicht essen könne, aber auch nicht so, dass er es jeden Tag essen wolle. Immerhin – er hat aufgegessen und ist danach nicht gleich auf dem Klo verschwunden. Und unglücklich sah er auch nicht aus:

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Das Rezept für unser Labskaus (ohne) gibt’s für alle noch Unwissenden und Probierwilligen hier.

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Eine Antwort zu “Labskaus (ohne)

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