RSS

Es weihnachtet …

20 Dez

… schon seit 4 Wochen.

Ich durfte bei so vielen BloggerInnen bereits in die weihnachtlich geschmückten Häuser und Wohnzimmer lunzen und bin bisher noch nicht dazu gekommen, auch meine Tür für einen Blick auf meine Weihnachtsdekoration zu öffnen. Die Bilder hierfür sind schon lange im Kasten, aber zum Bloggen fehlte mir die Zeit. Die geplante Woche Urlaub habe ich auf zwei Tage reduziert. Was nützt mir der Urlaub, wenn ich mit den Gedanken doch im Büro bin und sich mir der sich angesichts der sich türmenden Berge unbearbeiteter Vorgänge biegende Schreibtisch immer wieder vor das geistige Auge schiebt. Abschalten wäre nicht möglich gewesen.

Aber heute – zum 4. Advent – finde ich die eine oder andere ruhige Minute, um Ihnen einen kleinen Blick in unsere Wohnung zu gewähren – nicht live natürlich – der Hasenmann lässt sich nur ungern beim Badputzen beobachten. Das müssen Sie verstehen.

Unbenannt-1

Nachdem ich nun erst einmal alle Bilder gesichtet und gebündelt habe, hätte ich irgendwie zu jedem Teilchen, das sich hier im Hause Nebelschwaden an Weihnachtsdekoration finden lässt, etwas zu erzählen. Gelegentlich werde ich es vermutlich auch tun – manchmal kann ich einfach nicht an mich halten.

Los geht’s mit den Gehängseln:

Deko_002

Das silberne Gehängsel links im Bild heißt in der Ursprungsfamilie der Frau Nebelschwaden kurz und knapp “Laura Jane”. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an gleichnamiges Lied von Howard Carpendale – für alle anderen geht’s hier lang zur Erweiterung Ihres Horizontes.

Ich vermute, es war das (der?) silbrige Organza und anderes gleichartiges Gedöns an diesem Gehängsel, was meinem Vater die Eingebung eben jener “Laura Jane” gab. In seinen Augen hatte es wohl etwas Geisterhaftes und Mystisches; vielleicht war es auch ein Glühwein zu viel bei jener Adventsausstellung, als wir “Laura Jane” das erste mal zum Verkauf anboten. Wirklich jeder in Frau Nebelschwadens Familie – jetzt auch der Hasenmann – weiß, was gemeint ist, wenn in der Adventszeit von “Laura Jane” die Rede ist.

“Laura Jane” entwickelte sich zum Ladenhüter – nachdem sie auch im dritten Jahr nicht verkauft werden konnte, hab ich mich ihrer erbarmt (ich hatte ein Auge auf sie geworfen). Dann hing sie das erste Weihnachten in meiner Wohnung (damals noch in Dresden). Im Jahr darauf bin ich aus Dresden weg gezogen – meinen ganzen Hausrat hatte ich bei meinen Eltern zwischen gelagert. Ich habe – die weiteren Gründe gehören hier nicht hin – 4 Jahre auf Laura Jane verzichtet, bis ich sie in dieser Adventszeit wieder aufhängen konnte. Und …

… ich brauche nur ihren Namen nennen und noch immer weiß jeder, was ich meine. Ich hab es getestet.

Weiter geht’s mit den Figürchen:

Deko_001

Der Hey-Hoh-Weihnachtsmann oben rechts im Bild stammt noch von meiner Oma Ur (so nannten wir unsere Uroma, die ich noch kennenlernen durfte, von der ich – was hier den Rahmen sprengen würde – auch jede Menge erzählen könnte). Oma Ur hatte eine Nichte (oder war es eine Schwester, Cousine …???) in den USA und von der hat sie dieses kitschige Weihnachtsmanngespann aus Vollplastik. Es passt zwar nicht zu meinem Erzgebirgs-Geschmack an Weihnachten, aber dieses Teil gehört zu alljährlichen Dekorationstradition (auch auf das Gespann hab ich 4 Jahre verzichtet).

Der Rest (bis auf das Nicht-Erzgebirgs-Räuchermännel unten rechts) stammt von meiner Lieblingsoma aus Thüringen. Zum lichtertragenden Bergmann gab es noch einen – ebenfalls lichtertragenden – Engel, den ich in Dresden bei einem Bekannten zur Reparatur gegeben und nie wieder bekommen habe. Da ich alle Kontakte dorthin abgebrochen habe, gilt dieser Engel als verloren.

Wussten Sie, dass im Erzgebirge diese Figuren in jedem Haushalt zur Weihnachtszeit ins Fenster gestellt werden? Die Bergmänner für die männlichen Mitglieder der Familie, die Engel für die weiblichen. Die großen Lichterträger für die Erwachsenen, die kleinen für die Kinder.  Eine schöne Tradition, wie ich finde.

Noch ein paar Dekorationsdetails:

Deko_003

Unten links unsere Nikolausausbeute. Daneben der Rauschgoldengel (oder ist es ein Goldrauscheengel? – die Leser aus Nürnberg können mich vielleicht aufklären), den mir meine Tante im letzten Jahr zukommen ließ, weil sie sich an ihm satt gesehen hatte. Unser Adventskranz (unten links)  ist in diesem Jahr eigentlich kein Kranz, dafür aber ganz schnell auf- und abzudekorieren. Die kleinen Wichtel in der Mitte oben hängen bei uns an den Blumentöpfen. Der Rest ist bissel Schnickschnack für kahle Ecken.

Blick vom Wohnzimmer in den Flur:

Deko_004

Der Kerzenständer auf dem Bücherregal ist in Kupfer-Creme-Gold dekoriert und wird somit perfekt zu unserem Tannenbaum passen. Die vier Kerzen brennen immer alle, weil es dann so schön heimelig ist. Der Kerzenständer wird ohnehin jahreszeitenbedingt um geschmückt. Also lassen wir hier die Adventskerzen-Traditionen außer Acht.  Die Fotos über dem Bücherregal stammen übrigens vom Hasenmann (ein oder zwei auch von mir). Ich mag seine Fotos total gerne – er hat einen tollen Blick für schöne Motive.

Und noch ein paar kleine Eindrücke aus der Wohnung zum Schluss:

Deko_005

Im Gästezimmer musste mein altes Nähkästchen (oben links) als Untersteller für das Lichtelement herhalten. Für meinen erzgebirgischen Schwibbogen (oben rechts – wer genau hinsieht kann mittig den lichtertragenden Engel als Motiv wiedererkennen) hab ich einen richtigen Untersteller, damit der Schwibbogen die richtige Höhe hat und auch von außen in seiner ganzen Pracht zu sehen ist.

Unten in der Mitte der perfekte Platz für den Adventskalender 3.0, den der Hasenmann in diesem Jahr von mir gebaut und geschenkt bekommen hat. Das Fenstergehänge ist natürlich auch selbst kreiert – hier hat (der aufmerksame Leser meines Kreativ-Blogs wird sich erinnern) der Rest des Rundstabes als mit Tannengrün umwickelter Trägerstab Verwendung gefunden.

Hach ja, der Hasenmann und Frau Nebelschwaden haben es schon schön in ihrer Wohnung. Der Bruder sagte neulich, dass wir unsere Wohnung in dem einen Jahr, in dem wir hier wohnen, schon super gemütlich eingerichtet hätten. Und Recht hat er. Das Sammelsurium verschwindet allmählich. Hasenmannzeug und Nebelschwadenkram werden verbannt. Was bleibt und kommt ist unser gemeinsam Angeschafftes.

Der Heilige Abend wird das erste Mal bei uns stattfinden (wir haben am meisten Platz). Der Bruder und die Schwippschwägerin sowie Muddi (des Hasenmannes und Bruders Mutter) und ihr Lebensgefährte kommen zu uns zu Besuch. Wir freuen uns beide schon auf diesen Abend. Es wird etwas Feines zum Essen geben. Bescherung gibt es in des Hasenmannes Familie nicht (in Frau Nebelschwadens übrigens unter den Erwachsenen auch nicht) – stattdessen leben sie alle Jahre wieder eine andere schöne Tradition – Julklapp. Dabei bringt jeder ein verpacktes Geschenk mit (der Wert wird vorher abgesprochen), die Geschenke werden unter eine Decke unterm Tannenbaum gelegt, so dass niemand weiß, wer welches Geschenk mitgebracht hat. Nach dem Essen wird die Decke entfernt und reihum gewürfelt. Jeder, der eine sechs gewürfelt hat, darf sich ein Geschenk aussuchen. Wenn jeder ein Geschenk hat, wird eine Zeit ausgemacht und dann geht’s bis zum Zeitablauf weiter mit Würfeln und Tauschen. Jeder, der ab jetzt eine sechs würfelt, darf sich bei einem anderen ein Geschenk aussuchen und mit diesem tauschen. Sobald die Zeit abgelaufen ist, ist auch Schluss mit Würfeln und Tauschen. Das Geschenk, was nun jeder hat, ist das Geschenk, was man bekommt und jetzt auspacken darf.

Sie glauben gar nicht, wie viel Spaß Julklapp macht. Ich werde vom diesjährigen Heilig Abend bei uns sicher noch berichten.

Nun aber werde ich meine Weihnachtspost, für die ich gestern endlich die Bastelzeit gefunden habe, schreiben und eintüten.

Alle-Karten

Und wenn der Hasenmann nachher wieder da ist (der Bruder hat heute noch einen Boxwettkampf, den der Hasenmann fotografisch festhalten soll – muss man sich eigentlich 4 Tage vor Heilig Abend noch die Fresse polieren lassen  derart sportlich betätigen?) wird auch der Weihnachtsbaum schon aufgestielt und vielleicht auch schon geputzt – leider arbeiten Frau Nebelschwaden und der Hasenmann in den Tagen vor Heilig Abend noch viel und lange, so dass für die schönen Dinge vor Heilig Abend und die Traditionen leider keine Zeit bleiben wird.

Advertisements
 
 

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: