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Archiv für den Monat Oktober 2010

Sprachlos

.. war ich heute morgen, als ich folgende Artikelüberschrift im Hamburger Abendblatt las:

Anwalt der Opfer von Dutroux wegen Kinderpornografie in Haft

Und kurz darauf hörte ich im Radio die Meldung, dass ein Hamburger Pastor (a.D. mit 47 Jahren) wegen des Besitzes kinderpornografischer Videos einen Strafbefehl über 90 Tagessätze erhalten hat. Der Arme muß drei Monatsgehälter als Strafe an den Fiskus zahlen. Er muß weder vor ein Gericht (wenn er keinen Widerspruch gegen den Strafbefehl einlegt) und gilt offiziell als nicht vorbestraft.

Manchmal hab ich das Gefühl, die ganze Welt gerät aus den Fugen.

Und wenn ich sowas höre, dann bestätigt das immer wieder, dass meine Entscheidung vor 7 Jahren, die schwarze Robe an den Nagel zu hängen und meine Zulassung zurück zu geben, genau die richtige war.

By the way:
Ich hätte da eine Anwaltsrobe für Damen in der Größe 46 abzugeben. Hat jemand Bedarf?

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Schadenfroh?

Natürlich. Hin und wieder. Manchmal.

Denn …

… es gibt so Dinge, die kann Frau Nebelschwaden so gar nicht leiden.

Zum Beispiel Leute, die in Bus oder Bahn (oder vergleichsweise öffentlichen Orten) derart laut telefonieren („Was machst du gerade?“), dass es jeder, aber auch wirklich jeder inkl. der schwerhörigen Oma auf dem Platz für Schwerbeschädigte, mitbekommt.

So heute wieder geschehen im Bus:
Er, Typ „Obercooler Checker“, gräbt per Telefon an irgendeiner – wie es scheint äußerst angrabungswürdigen – Tussi rum.

„Hey, Püppi, ich würde dich jetzt so gerne küssen.“

„Oh Püppi, ich höre dich so gerne!“

„Hey, Püppi, die Jeans, die du gestern anhattest, die stand dir so gut – besonders, wenn du dich zu Jutta über den Tisch vorgebeugt hast. Das sah so geil aus.“
Irgendwann ist das Telefonat (vermutlich sind ihm die Sprüche ausgegangen) beendet – an der nächsten Haltestelle steigen zwei junge Männer ein. Als die Türen sich schließen, ziehen sie ihre Ausweise und bitten höflich: „Die Fahrausweise bitte!“

Pah!

Der Püppi-Checker beginnt so zu tun, als hätte er einen und wühlt – währen einer der Männer seelenruhig vor ihm steht – hektisch sämtliche Taschen seiner Jacke und Hose durch und findet – oh Wunder – nichts. Schließlich quittiert er dann reumütig – und plötzlich auch ganz, ganz leise – durch seine Unterschrift, dass er ohne Fahrausweis die Dienste des HVV in Anspruch genommen hat.

Natürlich hat mich da die Schadenfreude gepackt. Was glauben Sie denn!?

Und nicht nur mich!

 
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Verfasst von - 13. Oktober 2010 in Beobachtungen

 
 
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