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Jahreslosung 2013

01 Jan

Dann haben wir hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir.

~ Hebräer 13, 14 ~

Was für eine schöne Losung gerade zum Jahreswechsel.

Altes geht und Neues kommt. Das Alte kennen wir, was auf uns zukommt, wissen wir nicht. Aber das ist – finde ich – kein Grund, Angst davor zu haben. Das Leben ist in Bewegung. Das ist herrlich. Wüssten wir immer, was kommt, wäre es doch langweilig. Das Leben stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Sie anzugehen und zu meistern ist ein tolles Gefühl.

Sicher gibt es Herausforderungen und Situationen im Leben, auf die wir gut verzichten könnten.

Meinen wir.

Ich fand im meinem Leben z.B. Abschiede immer ganz furchtbar und dadurch überflüssig.

Ich habe mich von ganz vielem verabschieden müssen. Ganz oft war es meine Lebensplanung (beruflich und privat), die nicht aufgegangen ist und von der ich mich verabschieden musste, um weiter zu kommen, vor allem aber erst einmal um weiter leben zu können. Sicher hätte vieles anders und besser laufen können, aber heute weiß ich, dass ich nicht hätte darauf verzichten können, denn ich wäre nicht der Mensch, der ich heute bin, ohne diese Erfahrungen. Hätte ich mich den Herausforderungen nicht gestellt und nach neuen Wegen gesucht, wäre ich wohl noch immer nicht in meinem Leben angekommen. Vielleicht würde ich auch gar nicht mehr leben.

Ich musste mich von lieben Menschen verabschieden. Von einigen musste ich mich für immer verabschieden, weil ihr Lebensweg zu Ende gegangen ist – häufig viel zu früh. Von anderen habe ich mich für immer verabschiedet, weil unser gemeinsamer Weg endete.   Einige haben sich aus gleichem Grund auch von mir verabschiedet. Und es gibt Menschen, von denen habe ich mich nur für eine Zeit verabschiedet, um neue Wege finden zu können.

Abschied ist für den Moment furchtbar, aber für mich hat er seinen Schrecken verloren, denn ich habe in meinem Leben gelernt, dass Abschiede Sinn machen, weil sie Raum für Veränderung und Neues bringen. Es ist noch nicht so viele Jahre her, da verfiel ich in eine Art Schockstarre und litt an Perspektivlosigkeit. Ich habe darauf gewartet, dass sich mir neue Perspektiven boten. Die kamen natürlich nicht, denn wenn man nicht aktiv nach ihnen sucht, kommen sie auch nicht. Ich muss selbst aktiv werden, um Veränderung zu bringen.

Um einen Abschied werden wir alle nicht herumkommen – der Abschied von unserem Leben. Mich tröstet der Glaube, dass meine Zukunft bei Gott liegt. Ich muss mein Leben nicht auf einen finalen Zeitpunkt hin leben. Der Schlussakkord wird kommen. Wir haben hier keine bleibende Stadt. Die zukünftige suchen wir. Für mich liegt sie bei Gott und so muss ich nicht weiter suchen. Das gibt mir die Gelassenheit, mein Leben zu genießen und es zu leben.

Mein Mann und ich haben uns heute Nacht  im Fernsehen die Chartshow – Hits 2012 angesehen. Gast auf der Bühne war Unheilig – Der Graf.  Es entwickelte sich zwischen meinem Mann und mir ein kurzer Dialog.

Ich: “Er singt ja schon wieder von Tod und Abschied.”
Er: “Ganz viele seiner Lieder drehen sich um dieses Thema.”
Ich: “Das Thema ist ja okay. Solange er nicht vergisst zu leben.”

Ich mag die Musik, ja. Ich höre mir die Lieder und Texte auch gerne (mal) an. Aber es gab Zeiten, da habe ich nur solche Musik gehört. Es waren nicht die schönsten in meinem Leben. Das waren die Zeiten meiner Perspektivlosigkeit und Schlängelwege. Man sollte den Tod als Thema sicher nicht aus seinem Leben verdrängen – es ist ganz gut und auch wichtig, sich dessen  bewusst zu sein, dass irdisches Leben endlich ist. Ich halte es aber nicht für gut, wenn der Tod das zentrale Thema des Lebens wird. Man vergisst neben all dem Tod nämlich schnell, sein Leben zu leben, und wenn man sich dessen bewusst wird, ist es vielleicht zu spät.

Der Tod ist Teil unserer Zukunft, aber er ist nicht unsere einzige Zukunft. Widmen wir uns daher also dem Leben, seinen Herausforderungen und all dem Schönen, was es für uns bereit hält.

Ich kannte den Herbräerbrief bis dato nicht und habe mich jetzt vielleicht eine Stunde damit beschäftigt. Nur eine Stunde, und mir ist dazu schon so viel eingefallen.

Oh, was bin ich gespannt, was mir diese Worte noch das ganze Jahr bringen werden, wenn es jetzt schon so aus mir heraussprudelt.

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Verfasst von - 1. Januar 2013 in Tagesgedanken

 

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