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Archiv der Kategorie: Beobachtungen

Aufstieg

Merke fürs Leben 1.0
Wenn man vom einfachen Depp ins mittlere Management aufsteigt, hört man ganz einfach auf, nachzudenken. Dafür hat man ja die Deppen unter sich!

Merke fürs Leben 2.0
Klare Dienstanweisungen werden vollkommen überbewertet – vor allem, wenn man die Verantwortung nach unten abdrücken kann.

Merke fürs Leben 3.0
Wenn du nachdenkst, weil du die Verantwortung trägst, bist du der Depp!

 
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Verfasst von - 22. März 2011 in Beobachtungen

 

Feierabend

So schön kann ein Feierabend Mitte Februar in Hamburg aussehen, wenn man mal das Köppel hebt und die Bilder auf sich wirken lässt. Raus aus dem Alltagstrott.

Feierabend-in-Hamburg

Vielleicht empfinde auch nur ich es als schön, weil ich einen speziellen Bezug zu den Hochhäusern im Hintergrund habe …

Aber nein, ich war tatsächlich nicht die einzige, die ihre Kamera bzw. das Handy gezückt hat. Dieser Moment und dieses Bild wurde mehrfach und unabhängig voneinander auf digitales Zelluloid gebrannt.

Schönes wunderbares Hamburg!

 
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Verfasst von - 17. Februar 2011 in Beobachtungen

 

Sprachlos

.. war ich heute morgen, als ich folgende Artikelüberschrift im Hamburger Abendblatt las:

Anwalt der Opfer von Dutroux wegen Kinderpornografie in Haft

Und kurz darauf hörte ich im Radio die Meldung, dass ein Hamburger Pastor (a.D. mit 47 Jahren) wegen des Besitzes kinderpornografischer Videos einen Strafbefehl über 90 Tagessätze erhalten hat. Der Arme muß drei Monatsgehälter als Strafe an den Fiskus zahlen. Er muß weder vor ein Gericht (wenn er keinen Widerspruch gegen den Strafbefehl einlegt) und gilt offiziell als nicht vorbestraft.

Manchmal hab ich das Gefühl, die ganze Welt gerät aus den Fugen.

Und wenn ich sowas höre, dann bestätigt das immer wieder, dass meine Entscheidung vor 7 Jahren, die schwarze Robe an den Nagel zu hängen und meine Zulassung zurück zu geben, genau die richtige war.

By the way:
Ich hätte da eine Anwaltsrobe für Damen in der Größe 46 abzugeben. Hat jemand Bedarf?

 

Schadenfroh?

Natürlich. Hin und wieder. Manchmal.

Denn …

… es gibt so Dinge, die kann Frau Nebelschwaden so gar nicht leiden.

Zum Beispiel Leute, die in Bus oder Bahn (oder vergleichsweise öffentlichen Orten) derart laut telefonieren („Was machst du gerade?“), dass es jeder, aber auch wirklich jeder inkl. der schwerhörigen Oma auf dem Platz für Schwerbeschädigte, mitbekommt.

So heute wieder geschehen im Bus:
Er, Typ „Obercooler Checker“, gräbt per Telefon an irgendeiner – wie es scheint äußerst angrabungswürdigen – Tussi rum.

„Hey, Püppi, ich würde dich jetzt so gerne küssen.“

„Oh Püppi, ich höre dich so gerne!“

„Hey, Püppi, die Jeans, die du gestern anhattest, die stand dir so gut – besonders, wenn du dich zu Jutta über den Tisch vorgebeugt hast. Das sah so geil aus.“
Irgendwann ist das Telefonat (vermutlich sind ihm die Sprüche ausgegangen) beendet – an der nächsten Haltestelle steigen zwei junge Männer ein. Als die Türen sich schließen, ziehen sie ihre Ausweise und bitten höflich: „Die Fahrausweise bitte!“

Pah!

Der Püppi-Checker beginnt so zu tun, als hätte er einen und wühlt – währen einer der Männer seelenruhig vor ihm steht – hektisch sämtliche Taschen seiner Jacke und Hose durch und findet – oh Wunder – nichts. Schließlich quittiert er dann reumütig – und plötzlich auch ganz, ganz leise – durch seine Unterschrift, dass er ohne Fahrausweis die Dienste des HVV in Anspruch genommen hat.

Natürlich hat mich da die Schadenfreude gepackt. Was glauben Sie denn!?

Und nicht nur mich!

 
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Verfasst von - 13. Oktober 2010 in Beobachtungen

 

Goodbye Summer

Willkommen Herbst!

 

Heide-2

Für mich begann der Herbst heute mit einer Migräneattacke, wie ich sie lange nicht mehr hatte, und die mir den ersten Krankheitstag im Büro eingebracht hat – nach fast 1 1/2 Jahren.

Nachdem ich schon mit hämmernden Kopfschmerzen aufgewacht bin und mich unter die Dusche geschleppt habe, ist die sodann beim Frühstück eingenommene Schmerztablette postwendend zurück gekommen – ich hab die Kloschüssel derart lieb gehabt, dass ich sie gleich umarmt habe. Einen zweiten Einnahmeversuch habe ich dann erst einmal unterlassen und mich mit meinem Leid zurück ins Bett verkrochen.

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die bei jedem kleinen Zipperlein einen freien Tag einfließen lassen, schleppe mich eher – wie erst kürzlich – mit einer ausgewachsenen Erkältung ins Büro, nur um nicht anrufen und mich krank melden zu müssen, aber heute ging definitiv gar nichts mehr.

Nothing! Nada! Nüscht! Gar Nüscht!

Gegen Mittag blieb dann die Tablette drin, half aber nicht viel. Die zweite dann brachte den gewünschten Erfolg. Die Kloschüssel sieht mich nur noch von hinten, und seit einer Stunde bin ich auch nimmer wackelig auf den Beinen. Schön, wenn das Hirn nicht mehr an seine räumlichen Grenzen stößt.

Sehr schön!

Genauso schön wie das Wetter.

Ich habe mir erst einmal einen Kaffe auf dem Balkon in der herrlichen Nachmittagssonne gegönnt. Und als ich mich so umsah (ein klein wenig Lichtempfindlichkeit ist da noch) war ich mir sicher, dass es doch richtig war, noch eine Herbstbepflanzung in meine Balkonkästen eingebracht zu haben.

Es war gut, die Bepflanzung zu wechseln.

Nicht nur, weil es schöner aussieht, nein.

Als hätte ich es geahnt.

Freitag hab ich meine Surfinien kurzerhand herausgerissen.

Das

Sommer-1

war definitiv nicht mehr schön!

Auch nicht, wenn man den Abendhimmel mit einfängt:

Himmel

Nein! Nicht schön! Gar nicht schön!

Samstagmorgen erwartete mich dann dieser Anblick:

leer

 

Nein! Nicht Schön! Gar nicht schön!

Für winterliche Tristesse ist es definitiv noch zu sonnig und bunt draußen. Und da ich zum Frönen meines Lasters doch häufiger mal auf dem Balkon stehe, möchte ich auch etwas schönes sehen.

Also: Ab in den Baumarkt und dringend etwas neues besorgt.

So

Balkon

ist es schön.

Ja! Schön! Wirklich schön!

Heide

Die Fenster hab ich auch gleich noch geputzt – wenn ich schonmal dabei bin, dann richtig. Das hab ich eh schon wochenlang vor mir hergeschoben.

Als hätte ich es geahnt!

Sonntagmittag – der Hasenmann und ich wollten gerade zu einer neuen Knipstour aufbrechen – klingelt das Telefon. Nummer – kenn’ ich nicht. Der Anrufbeantworter springt an. Meine Mum! Och nö, wir wollten doch gerade los. Ich lausche … keine weinerliche Stimme, kein “Warum meldest du dich nicht mal?” … nichts von alledem. Stattdessen ein: “Wir sind in Hamburg! Wollen wir uns nicht treffen?”

Ich gebe es zu, ich musste erst einmal schlucken – ich habe meine Familie seit 3 1/2 Jahren nicht mehr gesehen – mannigfache Gründe, aber keine, die ich hier und jetzt erwähnen möchte. Der Cut jedenfalls ging damals von mir aus und beinahe zwei Jahre gab es gar keinen Kontakt.

Nun war sie also hier – meine Mum.

Sie sagte “Wir” … sie sagte doch “wir”, oder? Wer außer ihr war noch da? Hoffentlich meinte sie mit “wir” nicht meinen Vater, dann wäre der Sonntag womöglich komplett hinüber gewesen – schon allein durch diese Nachricht.

Und so stand ich da und guckte schweigend auf das Telefon. Keine Ahnung, wie lange ich da so stand. Keine Ahnung, wie lange es mir vorkam. Keine Ahnung, was mir durch den Kopf ging. Ich stand einfach nur da!

Und dann hörte ich wieder: “Wir sind in Hamburg. Wollen wir uns nicht treffen?”

Ich gucke meinen Hasenmann an und sehe in seinen Augen: Er würde sie gerne sehen. Egal wer “wir” ist.

Klar, dass er es sich wünscht. Er kennt nach beinahe zweijähriger Beziehung lediglich meine Ex-Schwägerin und meinen kleinen Neffen und das auch nur von einem einstündigen Zwischenstopp auf dem Hamburger Bahnhof Mitte Juli. Klar, dass er neugierig ist.

Und wirklich: Es ist langsam mal an Zeit, auch diesen Schritt wieder aufeinander zuzugehen. Egal, wer “wir” ist.

Ich greife also zum Hörer und höre sofort, wie meine Mum sich über meinen Rückruf freut. Im Hintergrund höre ich im Stimmengewirr die Stimme meines Bruders – unwahrscheinlich also, dass mein Vater dabei ist. Wer den grünen Reisetraum gefahren ist, weiß ich jetzt und mein alter Herr macht keine Tour, die nicht zwingend notwendig ist.

Wir machen einen Treffpunkt aus und in mir reift die Idee, die beiden zu uns in die Wohnung zu einem Kaffee einzuladen. Und während ich so darüber nachdenke und den Treffpunkt mit meiner Mum ausmache, schweift mein Blick in unser drittes Zimmer – Wäschekammer, Büro, Gästezimmer, vor allem aber Hobbyzimmer. Und genauso sieht es nach meinen Bastelaktionen zuletzt auch aus.

Kaum aufgelegt fege ich in dieses Zimmer und raffe alles zusammen, was mir in die Finger kommt. Alles rein in irgendwelche Kartons, absolut unsortiert, Hauptsache weg. Ich merke, wie mir die Hände zittern und ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Zimmer hetze.

Fertig! Ordnung wieder hergestellt.

Ein Blick nach oben durch das Fenster: Wie gut, dass die Fenster geputzt und die Balkonkästen frisch bepflanzt sind.

Als hätte ich es geahnt.

Am verabredeten Treffpunkt angekommen, stelle ich mit einer gewissen Erleichterung fest, dass mein alter Herr tatsächlich nicht zu den “wir” gehört. Meine Mum hat sich überhaupt nicht verändert – mein Bruder ist älter geworden und sieht nicht gut aus.

Gar nicht gut!

Man sieht ihm an, was in den letzten zwei Jahren über ihn herein gebrochen ist – sein Arbeitsunfall vor fast zwei Jahren (er ist vom Baum gefallen und hat sich sein Schien- und Wadenbein derart kompliziert gebrochen, dass er heute noch hinkt; dem nicht genug hätte ihn eine Wundinfektion beinahe auch noch das Bein gekostet) und dann der Auszug meiner Schwägerin und meinem kleinen Neffen vor einem Jahr.

Man sieht es ihm an!

Aber egal. Wir begrüßen uns freudig und kein bisschen distanziert. Mein Hasenmann freut sich, endlich auch meine Mum kennen zu lernen. Die beiden freuen sich über die Einladung und kommen gerne mit zu uns nach Hause.

Bei Kaffee und Eis herrscht eine – so nicht erwartete – entspannte Stimmung. Mein Bruder hat sich verändert – zum positiven. Ich glaube, sein Leiden hat ihn geläutert. Ich schäme mich, wenn ich es so bezeichne, aber in gewisser Weise bin ich auch sehr froh darüber. Ich glaube, mein Bruder hat eine Einsicht gewonnen: Das Leben ist nicht planbar und es kann von jetzt auf gleich komplett aus den Fugen geraten. Und ich glaube auch, dass er mich (und das, was ich hinter mir habe)  mittlerweile um einiges besser verstehen kann.  Meine Mum scheint erleichtert, dass sie ihre Tochter in tatsächlich geordneten Bahnen mit einem liebenswerten und zuvorkommenden Hasenmann an ihrer Seite im Leben  und bei sich angekommen sieht und nun auch weiß.

Und wie ich meiner Mum so zuhöre und sie beobachte, schweift mein Blick hinter sie durch frisch geputzte Fenster und einen frisch bepflanzten Balkon. Ich lehne mich zurück und bin erleichtert.

Als hätte ich es geahnt.

Darf ich am Ende noch kurz erwähnen, dass ich aus einem Gärtnerhaushalt stamme? Alle, wirklich alle aus meiner Ursprungsfamilie sind Gärtner. Meine Großeltern: Gärtner. Meine Eltern: Gärtner. Mein Bruder und Ex-Frau: Gärtner. Mein großer Neffe: Gärtner. Ich: Kein Gärtner, aber mit frisch bepflanzten Balkonkästen.

Als hätte ich es geahnt!

 
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Verfasst von - 22. September 2009 in Beobachtungen, Sentimentalitäten

 

Nachts im Miethaus die II.

Manchmal wiederholen sich Dinge, auf die man gut verzichten kann.

Gerade mal 8 Tage und Nächte war Ruhe im Haus (zumindest nachts und zumindest dann, wenn wir da waren) – selbst Karl-Heinz unter uns feierte keine Partys und es zog kein süßlicher Geruch von ihm hoch durch unser Fenster – da ging es glatt wieder los.

Zumindest ließ man uns gestern bis 4:23 Uhr schlafen. Auf dem Weg zur Pipibox ging es los – schlaftrunken und bemüht, nicht allzu wach zu werden vernahm ich plötzlich lautes Stimmengewirr – Ortung der Quelle noch unklar. Zuerst hatte ich – ich gestehe – Karl-Heinz im Verdacht, aber ein Blick aus dem Fenster auf die Grünfläche hinterm Haus verriet mir, dass es bei Karl-Heinz dunkel war und er nicht der Übeltäter sein konnte. Also kamen nur die Mieter über uns in Betracht.

Zurück im Bett wurde es lauter und bald war ich mir sicher: Da läuft der Fernseher. Und wenige Augenblicke später war klar: Da guckt jemand „La Boum II – Die Fete geht weiter“ – ich kenne den Film aus Teenietagen noch in- und auswendig. Und es war derart laut, dass ich die Dialoge mitsprechen und entsprechenden Szenen zuordnen konnte.

Mit Schlafen war es da bereits vorbei. Schatzi war mittlerweile auch wach – der arme Kerl tut mir so leid, weil meine Schlaflosigkeit hin und wieder nicht spurlos an ihm vorbei geht.

Aber er ist auch ein Held, mein Held, nä?!

Kurze Zeit später – ich war bereits am Wandeln durch die Wohnung – zog er sich Jogginghose und T-Shirt an, um den Übeltäter ausfindig zu machen und ihn anzusprechen – mittlerweile konnte auch er, der damit so gar keine Probleme zu haben scheint, nicht mehr einschlafen.

Mein Verdacht war ja, dass da gar niemand zu Hause sei, und das Haustier (vermutlich ein Hund) die Fernbedienung unter seine Pfoten bekommen hat. Der Verdacht erhärtete sich, als auf Schatzis Klingeln, das ich bis zu uns hörte, niemand öffnete.

Was nun?

Anhand der Szenenzuordnung durch Dialogverfolgung war klar, dass der Film noch eine ganze Weile laufen würde.

Was macht man in so einer Situation?

Die Hausmeisterin rausklingeln? Die Dame auch noch wach machen? … Nein, keine gute Idee – letztlich kann sie ja auch nichts ausrichten, wenn offensichtlich niemand die Tür öffnet.

Was, wenn da was passiert ist?

Nach dem Beziehungskrach in der letzten Woche ist das ja nun auch nicht auszuschließen. Was wenn ER es nun doch bereut hat? Was, wenn ER sich betrunken und tief in seine Depression gezogen hat? Was, wenn ER sich was angetan hat? Die äußeren Anzeichen – laute Musik oder lautes Fernsehen (damit man den Stuhl nicht kippen und das Röcheln nicht hört) sind SO unüblich nicht für Suizidanten.

Schatzi und ich sind sonst lange nicht so, aber in dieser Situation wußten wir uns nicht anders zu helfen, als morgens kurz nach 5 Uhr die Polizei anzurufen, um zu fragen, wie wir uns verhalten sollen.

„Wir kümmern uns darum!“

Keine 10 Minuten später hörten wir auch schon ein Tatü-Tata auf der Straße. Klingeln an unserer Tür, kurzes Abfragen des Sachverhaltes. Klingeln an der Wohnungstür über uns – lautes Klopfen – nochmaliges Klingeln – und siehe da – die Tür wurde geöffnet und es kehrte tatsächlich Stille ein.

Während ich danach wider Erwarten relativ schnell eingeschlafen bin, war für Schatz die Nacht zu Ende – Herzlichen Glückwunsch!

Ich vermute mal, dass – wenn überhaupt – nur ein geringer Anteil der Nachbarschaft das nächtliche Treiben – insbesondere das Eintreffen der Polizei – mitbekommen hat, aber nun weiß es trotzdem das ganze Haus, denn die Übeltäter beschwerten sich durch öffentlichen Aushang darüber, dass man derartige Dinge doch auch friedlich in einem persönlichen Gespräch klären könnte, ohne gleich die Polizei zu rufen.

Sie belieben vermutlich zu scherzen!

Wie soll man es denn nachbarschaftlich durch ein persönliches Gespräch klären, wenn niemand die Tür öffnet? (Und damit auch das gleich noch jeder weiß, haben wir genau diese Antwort darunter geschrieben!)

Kein Wort der Entschuldigung – also kein bisschen Selbsteinsicht. Stattdessen so dämlich, einen öffentlichen Aushang zu machen, dass es ja das ganze Haus weiß … „Bei … war heute Nacht die Polizei, weil sie Krach gemacht haben!“

Bei manchen Menschen reicht das Hirn echt nicht von jetzt bis gleich *koppschüttel*

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 18. April 2008 in Beobachtungen

 

Nachts im Miethaus

Manchmal, wenn man gerade friedlich von der Phase des Einschlafens hinüber wandert in die unendlichen Tiefen des erholsamen Schlafes (und man durchaus froh darüber ist), kann es passieren, dass man durch ein Geräusch unsanft zurückgeholt wird in die reale und wache Welt (worüber man weniger erfreut ist) und danach für Stunden nicht wieder einschlummern kann.

Ein Phänomen, das ich von Zeit zu Zeit an mir selbst beobachten kann.

Das Schlimme daran ist ja nicht, das ich erst einmal wieder wach bin.

Als wirklich schlimm empfinde ich den Umstand, dass ich, wenn ich aus meiner Einschlafphase erweckt werde, für mindestens zwei Stunden nicht wieder einschlafen kann – und dabei kann ich noch so müde sein.

Neulich erst – in der Nacht von Sonntag auf Montag – wurde ich, nachdem ich mich gegen 1:30 Uhr endlich auf den Weg ins Land des Lächelns machte, durch einen Disput in dem über unserem gelegenen Schlafzimmer geweckt. Also, der Disput an sich war es wohl nicht – entweder ist jemand mit Anlauf ins Bett gesprungen oder irgendetwas ist zu Boden gefallen (den Disput oder die Diskussion – was auch immer es war – bekam ich erst mit, als ich schon wach war).

Damit war es erstmal vorbei mit dem Einschlafen.

Nachdem ich mich eine Stunde hin und her gewälzt hatte, entschloß ich mich, etwas frische Luft zu schnappen und am geöffneten Fenster ein Zigarettchen zu rauchen – so zur Beruhigung der Nerven und so.

In der Wohnung unter uns feierte Karl-Heinz noch immer ausgelassen mit seinen Freunden.

Das für sich ist auch nichts wirklich Neues, aber Helga Hahnemann und ihr „Hier kommt die Süße“ ging als Musikauswahl irgendwie gar nicht. Keine Ahnung, ob er da eine Schlager-Move-Vorbereitungsparty steigen ließ.

Ist ja auch egal!

Zurück im Bett wälzte ich mich noch eine geschlagene Stunde hin und her – immer darauf bedacht, meinen neben mir liegenden und friedlich schlummernden Schatz nicht zu wecken (er mußte schließlich am nächsten Tag früh raus und zur Arbeit) – bis ich dann irgendwann gegen 4 Uhr morgens da weiter machen konnte, wo ich gute 2 Stunden vorher aufgehört hatte.

Letzte Nacht war’s dann aber wenigstens mal richtig interessant:

Es begann wie in der Nacht auf Montag – gegen 23:00 Uhr nur schon etwas früher.

Gleiches Szenario – ich war auf dem Weg ins Land ewiger Jugend und Glückseligkeit, als mich wieder Gepolter aus der Wohnung über uns unsanft zurück holte.

Dieses Mal war es aber ein wirklicher und ausgewachsener Disput. Und nicht genug, dass nur wir in unserem Schlaf gestört wurden, verlagerte sich der Disput auch noch ins Treppenhaus – vermutlich weil es so schön schallt und dem Streit so eine dem Anlass entsprechende Kulisse bietet.

Das erste, was wir deutlich vernahmen war ein: „Mach, dass du rauskommst, aber schnell!!!“

Dann flog Porzellan (vermutlich kein Meißner).

Die folgende laute „Konversation“ wurde vom Schall geschluckt. Irgendwas war’s mit: „Du Hurensohn …“

Dann ein *rums* und die Haustür fiel ins Schloß.

Wie, das war’s schon? … Zugabe … Zugabe … Zugabe …

Die Haustür öffnete sich wieder und eine mit Katzenjammer gefüllte und dennoch laute Stimme erschallte im Hausflur: „Das wird dir noch leid tun! Das wirst du bereuen! Wart’s nur ab! Hörst Du?!“

Mittlerweile war mindestens die Hälfte der Nachbarschaft wach und im Treppenhaus. Von der Nachbarin vernahm ich nur ein: „Hallo? geht’s noch? Ich mach hier mit meinem Sohn Hausaufgaben!“

Hä? Nach 23:00 Uhr noch Hausaufgaben? Der Knirps ist maximal in der 4. Klasse …

Na, tolle Nachbarschaft hast du hier, mein Schatz *koppschüttel*

Sicherlich, mein Nachbar trinkt auch gerne mal einen über den Durst. Das tut er dann aber ausserhalb und wenn er dann geschlagene 20 Minuten vor seiner Wohnungstür steht und versucht, Schlüssel und Schlüsselloch miteinander zu vereinen, verhält er sich zumindest ruhig.

Um es noch kurz zu beenden: Der Mann der Hausmeisterin, die mit im Haus wohnt, mischte sich dann noch ein. Allmählich wurde es im Treppenhaus auch wieder ruhiger. Über uns noch kurzzeitig etwas lautere Musik und dann war es wieder im ganzen Haus still. Bei Karl-Heinz brannte noch Licht, aber wenigstens ohne Hintergrundbeschallung.

Und – oh Wunder – ich brauchte nicht einmal meine obligatorischen 2 Stunden, um wieder in den Schlaf zu finden.

Ich summte ein Lied vor mich hin und während ich versuchte, mich an den Text zu erinnern, hab ich den Übersprung dann wohl geschafft.

Jetzt kann ich das Lied auch wieder:

 
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Verfasst von - 10. April 2008 in Beobachtungen

 
 
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