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Archiv der Kategorie: Das Leben und wir

Geschichten aus dem Mietshaus – Mein Mann saugt

Jetzt hängen unsere Balkonkästen doch tatsächlich schon ein ganzes viertel Jahr balkoneinwärts – kein Grund mehr zum Mopern.

Blütenblätter fallen auch nicht mehr.

Hm, doof das. Gar kein Grund mehr zum Meckern.

Gar keiner mehr?

Doch. Mein Mann saugt.

Eben nach Feierabend auf dem Parkplatz des Discounters gegenüber kommt uns doch unsere Nachbarin entgegen. Und was soll ich sagen? Sie spricht wieder mit mir.

Sie: “Oh, gut, dass ich Sie treffe … “
Ich: “Guten Abend und ein frohes Neues Jahr!”
Sie (verdutzt): “Ja, frohes neues … So geht das nicht … blablubb blablabb … Sie kommen neulich um halb sechs nach Hause … blablubb blablabb … abends um acht fangen Sie an zu saugen …”
Mein Mann: “Wenn einer saugt, dann bin das ich.”
Sie (irritiert): “Ach, du bist das … blablubb blablabb … Hausordnung … saugen … 20 Uhr … Stühle rücken … 19.12. … blablubb blablabb  … so geht das nicht … Hausordnung.”

Wir haben uns verabschiedet, sind weiter gegangen und warten jetzt auf den Brief der Wohnungsgenossenschaft. *gähn*

 
 

Jahresrückblick 2012

Zugenommen oder abgenommen?
Über’s Jahr ganz gut gehalten, aber zum Ende schwach geworden. Im neuen Jahr geht’s wieder zum Sport. Es soll keine Ausrede sein, aber im letzten viertel Jahr war die Zeit knapp.

Haare länger oder kürzer?
Endlich wieder kürzer und kaum einer hat’s gemerkt, was mich schon sehr wundert.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich werde altersblind und befinde mich im Stadium “Brille ab, Brille auf”. Das nervt!

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr.

Der hirnrissigste Plan?
Hm.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich bin nicht sonderlich risikobereit.

Der beste Sex?
Mit meinem Mann. 

Die teuerste Anschaffung?
Mein Brautkleid – in der Summe aber wohl eher mein Bastelzimmer, insbesondere der Inhalt. 

Das leckerste Essen?
Natürlich selbst gemacht.

Das beeindruckendste Buch?
Ich habe tatsächlich nicht ein Buch im vergangenen Jahr gelesen. 
Noch nicht einmal im Urlaub – da hab ich gestrickt.

Der ergreifendste Film?
Nicht unbedingt ergreifend, aber überraschend gut “Skyfall”.

Die beste CD?
Ich genieße immer mehr die Ruhe und höre daher kaum noch Musik. 

Das schönste Konzert?
Ich passe! Ich war in keinem Konzert.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeit im Büro … meinem Mann … den Hochzeitsvorbereitungen und an meinem Basteltisch.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Meinem Mann und lieben Freunden.

Vorherrschendes Gefühl 2012?
Alles ganz schön viel!

2012 zum ersten Mal getan?
Eine Tupper-Party besucht.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Gemalert.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Arbeit
Stress und Hektik
einfach mal geänderte Tischordnung

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Schreib wenigstens eine Karte.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hm. Ein Notizblock?

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ein altes Armband meiner Oma, von dem ich geglaubt hatte, dass es nicht mehr existiert.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„… bis der Tod uns scheidet!“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„… bis der Tod uns scheidet!”

2012 war mit einem Wort…?
Schön.

Mein Foto des Jahres 2012:

IMG_2304

 

Geschichten aus dem Mietshaus

Mein Großvater väterlicherseits, mit dem mich zugegebenermaßen nicht das innigste Band der Liebe verband, hatte über dem Eingang zum Herzstück unserer Gärtnerei (gegründet am 01.04.1871 und derzeit in 5./6. Generation – je nachdem wie man den Inhaberwechsel durch Zweitheirat meiner Uroma in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wertet – in der Hand meines Bruders) eine Bronzetafel anbringen lassen, auf der folgendes Zitat eingraviert war:

Wenn Hass und Neider dich umringen,
dann denk an Götz von Berlichingen.

~ Quelle des Zitats unbekannt ~

Für alle diejenigen, denen sich der Sinn dieses Spruches nicht auf den ersten Blick erschließt, sei erwähnt, dass Johann Wolfgang von Goethe 1773 seinem Dramenhelden Götz von Berlichingen den inbrünstigen Ausspruch, welcher sich abkürzen lässt mit “LMAA”, in den Mund gelegt hat. Es dürfte sich damit – nebenbei bemerkt – um das wohl meistverwendete und alltagsgebräuchlichste Zitat des deutschen Dichterfürsten schlechthin handeln.

Warum ich Ihnen das erzähle?

Beginnen wir mit dem Stein des Anstoßes, von dem Sie sich hier einen eigenen Eindruck verschaffen können.

Feierabend 2

Am Anfang steht eine kleine Balkonidylle, wie es sie in Deutschland millionenfach geben dürfte.

Und nun spannen wir den Bogen zum alten Götz von Berlichingen.

Hass und Neider wohnen in der Wohnung unter uns.

Anders lässt sich der neuerliche Brief unserer Hausverwaltung nicht erklären, mit dem auf die Einhaltung der Hausordnung hingewiesen wird, in der es u.a. heißt, Balkonkästen seien an der Innenseite der Balkone anzubringen, “damit eine Belästigung durch das Begießen der Blumen für die Mitbewohner ausgeschlossen wird”.

Kein Thema! Sehen wir ein.

Was wir nicht einsehen ist die Tatsache, dass wir die Balkonkästen auch dann innen anzubringen haben, wenn durch das Begießen unserer Blumen für die Mieter unter uns gar keine Belästigung oder Beeinträchtigung  entsteht. Der Sinn und Zweck der Regelung der Hausordnung läuft in diesem Fall nämlich komplett ins Leere.

Begonnen hat die unsägliche Geschichte bereits im vergangenen Jahr (wir gehen also schon in die zweite Runde), nachdem ich durch eine Unachtsamkeit zu Beginn der Pflanzsaison EIN MAL etwas gepütschert habe – es war ein Schwubs klares Wasser, der daneben ging. Ich hab es auch nie bestritten und mich sogar entschuldigt. Unsere Nachbarn fühlten sich dadurch aber “REGELMÄSSIG BEIM BEGIESSEN der Blumen belästigt” und “das Wasser soll an der Balkonbrüstung entlang auf den Balkon der Nachbarn laufen und dabei Balkon und -tür beschmutzen.” Es folgten ein kurzer Schriftwechsel, zwei Telefonate  und ein Vor-Ort-Termin der Hausverwaltung, die kein Fehlverhalten feststellen konnte. Auch haben die lieben Nachbarn eingeräumt, dass es zu keiner weiteren Belästigung mehr gekommen sei (der entsprechende Brief wurde mir vorgelesen), aber trotzdem…

Prinzip ist eben Prinzip! (Anm. der Red.)

Auch in diesem Jahr!

Jetzt erst recht!

Jawohl!

Und so wird bereits mit Ausbringen der Frühjahrsbepflanzung, die wohlgemerkt noch keine Woche hängt (die Winterbepflanzung hat anscheinend nicht gestört), wieder die Hausverwaltung angeschrieben, die uns erneut auf die Hausordnung verweist und uns bittet, die Balkonkästen innen anzubringen. Nur am Rande und zur Vervollständigung sei bemerkt, dass ich die Kästen in diesem Jahr noch nicht ein Mal gegossen habe – die Erde war nach dem Winter nämlich noch so nass, dass sich dieses bis heute erübrigte.

Ich sag Ihnen: Das ist ein Start ins Wochenende, wie man ihn sich wünscht nach einer langen Arbeitswoche und bei den ersten Sonnenstrahlen des Jahres.

Nun ist es ja so, dass ich – wie Sie eingangs bereits geschlussfolgert haben könnten – inmitten von Blumen aufgewachsen bin und somit ohne Blumen gar nicht leben kann und durchaus weiß, wie ich sorgfältig und ohne Beeinträchtigung für unsere Mitbewohner gieße und dass es durchaus lohnenswert ist, in hochwertige Balkonkästen zu investieren, die über ein Reservoirsystem auch kleckerfrei zu befüllen sind.

Hier kratzt gerade jemand an meiner genetisch bedingten Gärtnerehre.

Es ist ja nun auch so, dass ich selbst seit Jahren in der Immoblienverwaltung tätig bin und durch den glücklichen Umstand zweier Staatsexamen in der Juristerei durchaus einschätzen kann, welche rechtliche Bedeutung dieser Bitte der Hausverwaltung mit dem Verweis auf die Einhaltung der Hausordnung zukommt. Man versucht uns durch einen derartigen Brief zu suggerieren, wir würden unseren Mieterpflichten nicht nachkommen und uns fehl verhalten.

Hier kratzt gerade jemand an meiner Berufsehre.

Und es ist sowieso so, dass der Hasenmann – wer ihn kennt, wird es uneingeschränkt unterschreiben – ein überaus korrekter Mensch ist, ruhig ist er allemal und eine Seele von Mensch sowieso und ein Nachbar und Mieter, wie ihn sich jeder Hausverwalter nur erträumen kann, obendrein.

Hier kratzt jemand an der Menschenehre meines Hasenmannes.

Wir beide sind ja durchaus verträgliche Menschen und werden es auch bleiben, aber Kratzen an unserer wie auch immer gelagerten Ehre geht gar nicht und damit schließen wir mit folgendem Zitat:

Leckt uns am Arsch!

~ frei nach Johann Wolfgang von Goethe ~

Entschuldigen Sie die harten Worte – es handelt sich um ein Zitat. Wenig damenhaft, aber absolut passend.

Die Balkonkästen bleiben hängen und zwar genau dort und so, wie sie es jetzt bereits das vierte Jahr tun – an der Außenseite des Balkons.

Basta!

Prinzipienreiterei können wir auch, auch wenn wir keinen Spaß daran haben und unsere wenige gemeinsame freie Zeit viel lieber mit den schönen Dingen des Lebens verbringen möchten.

 

Edit:

Es waren, nachdem wir ja nicht mehr gepütschert haben und man dies auch einräumte, herabfallende Blütenblätter, die im letzten Jahr Grund des Unmuts waren, weil sie den Balkon derart verschmutzen, dass Frau Nachbarin jeden Tag putzen musste.

Beim Vor-Ort-Termin bemerkte Frau Hausverwalterin beim Blick über die Balkonbrüstung auf den darunter liegenden Balkon: “Welche Blütenblätter?”

Unabhängig davon, dass das ein oder andere Blütenblatt auch dann herunter fallen kann und wird, wenn die Balkonkästen an der Innenseite angebracht werden, sieht es VOR unserem Haus in diesem Jahr SO aus …

Balonien

… es wird also  jede Menge Staub geben, wenn die Abrissarbeiten des Flachbaus erst beginnen.

Der Hasenmann arbeitet ja jetzt im Großhandel für Reinigungsmittel. Wenn man sich also mit seinem Nachbarn gut stellen würde, käme man vielleicht günstiger an die Putzmittel ran, die in diesem Jahr in rauen Mengen für die tägliche Balkonreinigung gebraucht werden.

Zu dumm aber auch!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 24. März 2012 in Das Leben und wir, Zitate

 

Feierabend

Es gibt Schlimmeres als schon um 17.00 Uhr Feierabend zu haben und noch ein paar Sonnenstrahlen mit dem Hasenmann zusammen auf dem Balkon zu erhaschen.

feierabend_001

Das frühe Aufstehen neuerdings muss sich ja auch lohnen.

Das Bier ist alkoholfrei und im Kaffee ist auch kein Rum.

Und morgen ist die Woche um 13:30 Uhr beim Hasenmann und bei mir um 15:00 Uhr zu Ende – die in der Firma zumindest.

Herrlichst!

 

Nachts im Mietshaus 3.0

Die Serie (1.0 und 2.0) wird vorgesetzt. Nur der Ort des Geschehens hat sich geändert.

Dieses Mal waren wir es, die Besuch von der Polizei bekamen – morgens um halb sechs, als wir noch tief und fest und seelig schlummerten.

Grund war nicht – wie man im ersten Moment durchaus vermuten könnte – mein lautes Schnarchen, von dem sich ein Nachbar hätte gestört fühlen können.

Der Zeitungsbote, der so freundlich ist und uns jeden morgen unsere Zeitung vor unsere Wohnungstür im 2. OG legt, war beunruhigt, weil unsere Wohnungstür göffnet war. Da die Polizeistation nun auch noch genau gegenüber liegt, hat er sich also entschlossen, dort vorstellig zu werden.

Ich selbst hab das ganze Geschehen erst ab dem Moment wahrgenommen, als der Hasenmann einem wahren Manne gleich aus dem Bett sprang und in einer Pose, die verriet, dasss er mit allem rechne und für alles gewappnet sei, in unseren Flur rannte – im Schlafanzug wohlgemerkt. Ob er heute Nacht Socken trug, kann ich Ihnen gar nicht mit Sicherheit sagen. Wundern täte es mich aber nicht – wir haben jetzt ja auch Gardinen (wir sind jetzt groß und deshalb Spießer).

Im ersten Moment hab ich auch mit dem Kopf geschüttelt, warum man wegen einer offenen Wohnungstür denn gleich die Polizei rufen muß, aber im Grunde hat er – der Zeitungsbote – ja genau richtig gehandelt. Schließlich kann er ja nicht ahnen, was hinter der Tür gerade vor sich geht. Die Wahrscheinlichkeit, in einer Stadt wie der unsrigen, böse Buben auf frischer Tat zu erwischen, die einen dann (bestenfalls) über den Haufen rennen, ist so gering schließlich nicht.

Unser aufrichtiger Dank an diesem 01.12.2011 gilt also einem couragierten Zeitungsboten, der Augen und Ohren offen hält, dem seine Mitmenshen nicht komplett egal sind und der sich jeden Morgen die Mühe macht, uns unsere Zeitung genau vor die Wohnungstür im 2. OG zu legen.

Vielen herzlichen Dank!

Bitte nehmen Sie doch wenigstens in diesem Jahr unser kleines Dankeschön, dass wir Ihnen zu Weihnachten oder Silvester vor die Tür legen, mit.

Und uns, mein lieber Hasenmann, wünsche ich mal wieder eine Nacht, in der wir ungestört durchschlafen können. In der Nacht zuvor sind wir nämlich zehn vor drei aus unseren Träumen gerissen worden als gegenüber im Discounter die Alarmanlage losging.

 
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Verfasst von - 1. Dezember 2011 in Das Leben und wir

 

Ganz neue Seiten

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich am Hasenmann noch ganz verborgene Seiten entdecke.

So ein Eheanbahnungsjahr ist ja doch recht spannend – so als solle man es sich noch einmal ganz genau überlegen mit dem “Ja!”

Heute – nicht mehr ganz vier Monate bis zum Standesamt – das Ende einer Geburtstagsfeier:

Der Hasenmann schläft auswärts – Frau Nebelschwaden eher gar nicht.

Man sieht sowas ja immer nur im Fernsehen – amüsiert sich oder schüttelt den Kopf! Nie aber kommt man auf die Idee, dass es einem auch mal passieren kann.

Unser “mal” war dann eben mal heute.

Und ich sage trotzdem “JA!”

Ich liebe den Hasenmann nämlich so wie er ist (und den Zusatz, den ich jetzt noch schreiben wollte, lasse ich lieber weg – alles müssen Sie nämlich auch nicht wissen).

 
 

Alles gut!

Heute war – wie ich jetzt weiß – mein letzter OP-Nachsorgetermin. Endlich ist alles wieder gut! Die großen Zysten sind weg und neue haben sich nicht gebildet. Super!

Und wieder frage ich mich, warum zum Geier ich die OP so lange vor mir hergeschoben habe. All das, was ich jetzt wieder an Lebensqualität hinzugewonnen habe, hätte ich auch schon vor Jahren haben können – ohne dass es sich noch mehr verschlimmert.

Egal! Hätte, wäre, könnte … es zählt das „Jetzt und Hier!“

Jetzt und hier ist wieder alles gut!

Und gejoggt wird ab jetzt auch!

 
 
 
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