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Archiv der Kategorie: Nähgeschichten

Pimp my bike!

Ji.harrrr!

Wenn Frau Nebelschwaden auf die Frage ihres Hasenmannes am Frühstückstisch, was sie denn heute so vorhabe, antwortet, sie wolle mal eben kurz in die Stadt, weil sie ein paar Kleinigkeiten für ihr Nähkästchen brauche, dann endet das so:

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Das sind aber noch nicht alle “Kleinigkeiten”, die Frau Nebelschwaden heute erjagt hat.

Ach iwo, wo denken Sie hin?

Na.tür.lich sind das nicht alle!

Ich kann Ihnen nur nicht alle zeigen, weil Hasenmann is watching me on my blog, Sie verstehen?

Nein?

Er hat doch in ein paar Tagen Geburtstag. Und auch wenn ich schon alle Geschenke zusammen habe, hatte ich doch noch lange nicht alle Kleinigkeiten für das Drumherum beisammen. Und die kann ich Ihnen heute beim besten Willen noch nicht zeigen, nein!

Nur mal so nebenbei: Der Einkaufsbummel heute war wirklich sehr schön – in vielerlei Hinsicht. Und Sie werden mir nicht glauben, dass ich Shoppingtouren an sich hasse.

Da wäre zunächst eine Kleinigkeit, die ich heute gesehen und mir einfach mal so gegönnt habe. Der aufmerksame Leser dieses Beitrags und noch aufmerksamere Betrachter des eben gezeigten Bildes wird leicht einen Zusammenhang zwischen beidem herstellen können. Den anderen zeige ich mein kleines Schätzchen mal en detail und zwar hier

Ich freu mich schon drauf, wenn der Hasenmann mir das Teil ans Fahrrad baut. Er weiß zwar noch nichts davon und ich kann sowas auch durchaus alleine, aber ich habe für mich beschlossen: Der Hasenmann ist der Mann im Haus und er ist zuständig für alles, was fährt … Auto, Fahrrad & Co.

Aber mal ehrlich: Ist DIE nicht süß? Und DIE gehört mir. Hach, wie schön!

Dann habe ich durch Zufall festgestellt, dass Kar.stadt die Schnittmuster von Simplicity führt. Ich habe nämlich just in dieser Woche ein Schnittmuster von denen im Internet entdeckt (eben jenes, welches ich mir heute gleich mit eingepackt habe), das ich nur über’s Ausland und dann auch noch ohne deutsche Nähanleitung hätte beziehen können. Jedenfalls habe ich keine deutsche Bezugsquelle gefunden. Cool! Das wird eines meiner nächsten Nähprojekte … ich habe da sogar schon einen Stoff für den Rock und die Weste im Auge.

Und dann gibt es noch andere kleine Kleinigkeiten, wie z.B. ein Lineal mit Zentimeter- und Zoll/Inch-Maßen. Seit mein altes Lineal zerbrochen ist, macht Karten Basteln nur noch halb so viel Spaß, weil ich mich so sehr an die Zoll/Inch-Einteilung gewöhnt habe, dass ich nur schwer wieder auf Zentimeter zurück denken kann.

Oder auch das so nebenbei entdeckte Hamburger Wappen als Applikation für eine rot-weiße Tasche, die seit Wochen auf die Nähmaschine wartet.

Und zu guter letzt hab ich noch heraus gefunden, wie ich dem Menschengetümmel geschickt und stressfrei begegnen kann. Die vielen Menschen und der Lärmpegel sind nämlich genau das, warum ich shoppen hasse. Jetzt aber machen mir die Menschen gar nichts aus, weil ich meine eigne kleine Welt habe, in die ich mich zurück ziehe – akustisch. Ich nehme mir einfach meinen Walkman (auch als MP3-Player heißen die Dinger von S.ony noch immer wie die tragbaren Kassettenabspielgeräte der 80er)  mit und höre Musik. Nach zwei erfolgreichen Erprobungen, habe ich “König der Löwen” als beste Shoppingbeschallung für mich entdeckt.

Ich komme heute wieder vom Hundertsten ins Tausendste, aber das muss ich Ihnen jetzt unbedingt noch erzählen, denn ich liebe dieses Musical, obwohl ich es nur einmal (bisher) gesehen habe – das dann aber emotional so intensiv, dass ich – wenn ich mir die Musik auf die Ohren gebe – wieder Live im Musical-Theater dabei bin.

Der Hasenmann hat mir zu meinem ersten Geburtstag, den ich mit ihm erleben durfte, vor zwei Jahren Karten für dieses Musical geschenkt. Er selbst hatte es schon einmal gesehen und ich wollte das Musical unbedingt auch sehen, bevor es eingestellt wird. “Das Phantom der Oper” wollte ich mir seinerzeit nämlich auch unbedingt ansehen und dann hab ich es doch glatt verpasst … schwubs wurde es in Hamburg wieder eingestellt … nach 11 Jahren.

Wer das Musical schon live erlebt hat, wird es mir vielleicht nachempfinden können, aber ich war emotional total geplättet. Die Show begann, mir klappte die Kinnlade runter und schon beim ersten Lied hab ich vor Rührung geheult. Ich war von der Atmosphäre, der Musik und den Bildern derart mitgerissen, dass ich mich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Das ging mir im Laufe der Vorstellung in dieser Intensität noch glatte zweimal so. Ehrlich? Mir doch egal, was andere darüber denken … ich war ergriffen, also darf ich auch heulen, basta!

Was aber erstaunlich ist; ich heule auch heute noch immer wieder an den gleichen Stellen. In der Öffentlichkeit verdrücke ich mir das natürlich, aber leichtes Pippi in den Augen ist da immer, geht nicht ohne.

Und wenn Sie wissen wollen, an welchen Stellen es mich regelmäßig überkommt, dann schauen Sie hier:

Der Ewige Kreis / Rafiki

Eine bessere Version zum Reinhören habe ich leider nicht finden können, aber hier kann man wenigstens auch was sehen.

 

Endlose Nacht / Simba

 

 

Er lebt in Dir / Rafiki

 

 

Die im Ablauf erste Version des Mufasa (Sie leben hier), die Sie hier zum Vergleich hören können, finde ich stimmlich noch besser, aber vom Gefühl her ist bei Rafiki’s Version spätestens bei 2:10 Minuten Feierabend mit trocknen Augen.

Bevor ich jetzt aber noch mehr Zeit hier verpaddel, mach ich für heute hier Schluss und geh noch eben in die Kaufhalle (wie ich lt. Hamburger Abendblatt von dieser Woche als Ossi zum Discounter um die Ecke zu sagen habe), bevor ich die restlichen Vorbereitungen für den Geburtstag des Hasenmannes treffe.

 

Gewinnspiel Nähmaschine

Irgendwie ist bei Frau Nebelschwaden im Moment das Thema Nähmaschine allgegenwärtig.

Erst wünscht sie sich eine, dann bekommt sie unerwartet einen Schatz und nun gibt es bei Butinette auch noch eine zu gewinnen.

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Dort wird vom 01.04.2010 – 30.04.2010 unter allen Teilnehmern eine Singer Tradition 2250 Nähmaschine mit umfangreichem Zubehör im Wert von 129 € verlost. Die Teilnahme ist ganz einfach, indem Ihr auf Eurer Website oder Eurem Blog den Buttinette Bastelshop, den Buttinette Blog oder das Gewinnspiel selbst verlinkt.

Frau Nebelschwaden hat soeben teilgenommen.

 
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Verfasst von - 11. April 2010 in Nähgeschichten

 

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Omas Beste

Frau Nebelschwaden und der Hasenmann waren über die Osterfeiertage ja zu einem Kurzbesuch bei der Ursprungsfamilie der Frau Nebelschwaden. Nie und nimmer hätte sie daran gedacht und geglaubt, mit Omas Bester im Gepäck wieder zurück nach Hamburg zu kommen.

Ich wusste ja, dass Omas Beste irgendwann einmal bei mir landen würde, aber nie und nimmer hätte ich gedacht, dass “irgendwann einmal” schon jetzt sein könnte. Ich bin stolz wie Bolle und fühle mich, als hätte ich einen großen Goldschatz gehoben.

Darf ich vorstellen … Omas Beste … die Naumann 65 ZickZack.

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Omas gute Nähmaschine, auf der sie mir in meiner Kindheit so viele Kleider genäht hat – deren Pendant in klein auch immer für eine meiner Puppen geschneidert wurde. Die Nähmaschine, auf der mir meine Mutter mein Kleid für den Abschlussball der 10. Klasse genäht hat. Abgesehen von meinen bescheidenen Erinnerungen hat diese Nähmaschine aber eine viel längere und bewegtere Geschichte.

Hergestellt wurde die Maschine in der Fabrik der Seidel & Naumann Aktiengesellschaft Dresden. Angesichts der geschichtlichen Ereignisse ist also davon auszugehen, dass die Maschine bereits vor 1945 gebaut wurde. Meine Oma war Jahrgang 1915 und hat sich nach den Erzählungen meiner Mutter die Maschine von ihren ersten Gehältern zusammen gespart und in Leipzig gekauft. Und so lässt sich ihr Herstellungsdatum noch weiter eingrenzen – Anfang der 30er Jahre. Und als Oma und Opa geheiratet haben (Oma hat ihre gesamte Aussteuer auf dieser Nähmaschine genäht und mit Monogrammen versehen) ist die Maschine mit in das thüringische Dorf gezogen.

Meine Oma war keine gelernte Schneiderin, aber ihre Affinität zur Schneiderei und ihr handwerkliches Geschick haben sie und ihre Familie über den Krieg und die harte Nachkriegszeit gebracht. Die Ursprungsfamilie meiner Mutter war im Gegensatz zur väterlichen Familie alles andere als wohlhabend. Da hat die Schneiderei meiner Oma – auch noch nach den ganz harten Jahren, in denen sie Nächte durch genäht hat – die eine oder andere willkommene Mark zur Haushaltskasse beigetragen.

Als Oma 1985 viel zu früh gestorben ist, hat meine Mutter die Maschine aus Thüringen zu sich nach Mecklenburg geholt, wo sie all die Jahre in meinem alten Zimmer gestanden hat. Und nun ist sie – völlig unerwartet – in Hamburg gelandet. Hätte ich mein Glück in Dresden gefunden, wäre sie sogar wieder zu ihrem Ursprungsort zurück gekehrt, aber das sollte (zum Glück) nicht so sein.

Dass die Maschine bis heute überlebt hat, finde ich schon bemerkenswert. Dass sie aber auch noch voll funktionstüchtig ist und surrt wie ein Bienchen, finde ich noch viel erstaunlicher. Meine Eltern haben sie lediglich einmal zur Wartung gegeben, um ihr Innenleben reinigen und sie einmal gründlich durchchecken zu lassen. Im Vergleich zu der alten Singer meiner Uroma, die noch bei meinen Eltern steht und auch noch funktionsfähig ist, ist die Naumann ZickZack aber in ihrer Handhabung viel umfangreicher und komplizierter. Ich werde mich also in nächster Zeit erst einmal intensiv mit dem Schätzchen beschäftigen müssen, bevor ich mit dem Nähen starten kann. Kein Wunder, dass die Maschine von den Frauen meiner Familie immer wie ein Heiligtum behandelt wurde. Als Oma sie noch benutzt hat, durften meine Mutter und meine Tante sie nicht anfassen, weil sie in ihren Einstellungen sehr sensibel sein soll. Gleiches galt für mich, als sie in den Besitz meiner Mutter gewechselt ist – bitte nicht berühren. Ich hatte ja die Singer, an der ich mich austoben konnte.

Ich liebe diese alten Maschinen. Das Treten des Pedals zum Antrieb der Maschine gehört für mich seit jeher zum Nähen dazu. Wie ungewohnt war es, als ich mir eine elektrische Nähmaschine gekauft habe. Das war irgendwie gar nicht miteinander zu vergleichen.

Der Hasenmann war – um das noch kurz zu erwähnen – anfangs gar nicht erfreut über den plötzlichen Nähmaschinensegen. Aufgrund der Schwächen ihrer bisherigen elektrischen Nähmaschine hat Frau Nebelschwaden nämlich den Wunsch nach einem feinen neuen Maschinchen geäußert, den der Hasenmann ihr zum Geburtstag gar zu gerne erfüllt hätte. Und dann funkt ihm seine Schwiegermutter in spé mit Omas Schätzchen dazwischen. Dem Leuchten in Frau Nebelschwadens Augen war für ihn wohl zu entnehmen, dass sich der Wunsch nach einem neuen Maschinchen damit erledigt hatte. Das alte gusseiserne Ding kann es nämlich noch mit jeder neumodernen Maschine aufnehmen. Sogar Sticken kann Omas Beste.

Und der Hasenmann muss sich nun von Neuem auf die Suche nach einem feinem Geburtstagsgeschenk für Frau Nebelschwaden begeben – obwohl ER mir als Geschenk ja eigentlich schon genug ist. Ich hab auch irgendwie so gar nichts mehr, was ich mir wünschen könnte. Die Nähmaschine steht ja nun schon bei uns im Gäste-Bastel- und-was-auch-immer-nur-kein-Kinderzimmer.

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Verfasst von - 11. April 2010 in Nähgeschichten

 

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