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Archiv der Kategorie: Sentimentalitäten

Jahresrückblick 2012

Zugenommen oder abgenommen?
Über’s Jahr ganz gut gehalten, aber zum Ende schwach geworden. Im neuen Jahr geht’s wieder zum Sport. Es soll keine Ausrede sein, aber im letzten viertel Jahr war die Zeit knapp.

Haare länger oder kürzer?
Endlich wieder kürzer und kaum einer hat’s gemerkt, was mich schon sehr wundert.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich werde altersblind und befinde mich im Stadium “Brille ab, Brille auf”. Das nervt!

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr.

Der hirnrissigste Plan?
Hm.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich bin nicht sonderlich risikobereit.

Der beste Sex?
Mit meinem Mann. 

Die teuerste Anschaffung?
Mein Brautkleid – in der Summe aber wohl eher mein Bastelzimmer, insbesondere der Inhalt. 

Das leckerste Essen?
Natürlich selbst gemacht.

Das beeindruckendste Buch?
Ich habe tatsächlich nicht ein Buch im vergangenen Jahr gelesen. 
Noch nicht einmal im Urlaub – da hab ich gestrickt.

Der ergreifendste Film?
Nicht unbedingt ergreifend, aber überraschend gut “Skyfall”.

Die beste CD?
Ich genieße immer mehr die Ruhe und höre daher kaum noch Musik. 

Das schönste Konzert?
Ich passe! Ich war in keinem Konzert.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeit im Büro … meinem Mann … den Hochzeitsvorbereitungen und an meinem Basteltisch.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Meinem Mann und lieben Freunden.

Vorherrschendes Gefühl 2012?
Alles ganz schön viel!

2012 zum ersten Mal getan?
Eine Tupper-Party besucht.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Gemalert.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Arbeit
Stress und Hektik
einfach mal geänderte Tischordnung

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Schreib wenigstens eine Karte.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hm. Ein Notizblock?

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ein altes Armband meiner Oma, von dem ich geglaubt hatte, dass es nicht mehr existiert.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„… bis der Tod uns scheidet!“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„… bis der Tod uns scheidet!”

2012 war mit einem Wort…?
Schön.

Mein Foto des Jahres 2012:

IMG_2304

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Pimp my bike!

Ji.harrrr!

Wenn Frau Nebelschwaden auf die Frage ihres Hasenmannes am Frühstückstisch, was sie denn heute so vorhabe, antwortet, sie wolle mal eben kurz in die Stadt, weil sie ein paar Kleinigkeiten für ihr Nähkästchen brauche, dann endet das so:

P1020082

Das sind aber noch nicht alle “Kleinigkeiten”, die Frau Nebelschwaden heute erjagt hat.

Ach iwo, wo denken Sie hin?

Na.tür.lich sind das nicht alle!

Ich kann Ihnen nur nicht alle zeigen, weil Hasenmann is watching me on my blog, Sie verstehen?

Nein?

Er hat doch in ein paar Tagen Geburtstag. Und auch wenn ich schon alle Geschenke zusammen habe, hatte ich doch noch lange nicht alle Kleinigkeiten für das Drumherum beisammen. Und die kann ich Ihnen heute beim besten Willen noch nicht zeigen, nein!

Nur mal so nebenbei: Der Einkaufsbummel heute war wirklich sehr schön – in vielerlei Hinsicht. Und Sie werden mir nicht glauben, dass ich Shoppingtouren an sich hasse.

Da wäre zunächst eine Kleinigkeit, die ich heute gesehen und mir einfach mal so gegönnt habe. Der aufmerksame Leser dieses Beitrags und noch aufmerksamere Betrachter des eben gezeigten Bildes wird leicht einen Zusammenhang zwischen beidem herstellen können. Den anderen zeige ich mein kleines Schätzchen mal en detail und zwar hier

Ich freu mich schon drauf, wenn der Hasenmann mir das Teil ans Fahrrad baut. Er weiß zwar noch nichts davon und ich kann sowas auch durchaus alleine, aber ich habe für mich beschlossen: Der Hasenmann ist der Mann im Haus und er ist zuständig für alles, was fährt … Auto, Fahrrad & Co.

Aber mal ehrlich: Ist DIE nicht süß? Und DIE gehört mir. Hach, wie schön!

Dann habe ich durch Zufall festgestellt, dass Kar.stadt die Schnittmuster von Simplicity führt. Ich habe nämlich just in dieser Woche ein Schnittmuster von denen im Internet entdeckt (eben jenes, welches ich mir heute gleich mit eingepackt habe), das ich nur über’s Ausland und dann auch noch ohne deutsche Nähanleitung hätte beziehen können. Jedenfalls habe ich keine deutsche Bezugsquelle gefunden. Cool! Das wird eines meiner nächsten Nähprojekte … ich habe da sogar schon einen Stoff für den Rock und die Weste im Auge.

Und dann gibt es noch andere kleine Kleinigkeiten, wie z.B. ein Lineal mit Zentimeter- und Zoll/Inch-Maßen. Seit mein altes Lineal zerbrochen ist, macht Karten Basteln nur noch halb so viel Spaß, weil ich mich so sehr an die Zoll/Inch-Einteilung gewöhnt habe, dass ich nur schwer wieder auf Zentimeter zurück denken kann.

Oder auch das so nebenbei entdeckte Hamburger Wappen als Applikation für eine rot-weiße Tasche, die seit Wochen auf die Nähmaschine wartet.

Und zu guter letzt hab ich noch heraus gefunden, wie ich dem Menschengetümmel geschickt und stressfrei begegnen kann. Die vielen Menschen und der Lärmpegel sind nämlich genau das, warum ich shoppen hasse. Jetzt aber machen mir die Menschen gar nichts aus, weil ich meine eigne kleine Welt habe, in die ich mich zurück ziehe – akustisch. Ich nehme mir einfach meinen Walkman (auch als MP3-Player heißen die Dinger von S.ony noch immer wie die tragbaren Kassettenabspielgeräte der 80er)  mit und höre Musik. Nach zwei erfolgreichen Erprobungen, habe ich “König der Löwen” als beste Shoppingbeschallung für mich entdeckt.

Ich komme heute wieder vom Hundertsten ins Tausendste, aber das muss ich Ihnen jetzt unbedingt noch erzählen, denn ich liebe dieses Musical, obwohl ich es nur einmal (bisher) gesehen habe – das dann aber emotional so intensiv, dass ich – wenn ich mir die Musik auf die Ohren gebe – wieder Live im Musical-Theater dabei bin.

Der Hasenmann hat mir zu meinem ersten Geburtstag, den ich mit ihm erleben durfte, vor zwei Jahren Karten für dieses Musical geschenkt. Er selbst hatte es schon einmal gesehen und ich wollte das Musical unbedingt auch sehen, bevor es eingestellt wird. “Das Phantom der Oper” wollte ich mir seinerzeit nämlich auch unbedingt ansehen und dann hab ich es doch glatt verpasst … schwubs wurde es in Hamburg wieder eingestellt … nach 11 Jahren.

Wer das Musical schon live erlebt hat, wird es mir vielleicht nachempfinden können, aber ich war emotional total geplättet. Die Show begann, mir klappte die Kinnlade runter und schon beim ersten Lied hab ich vor Rührung geheult. Ich war von der Atmosphäre, der Musik und den Bildern derart mitgerissen, dass ich mich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Das ging mir im Laufe der Vorstellung in dieser Intensität noch glatte zweimal so. Ehrlich? Mir doch egal, was andere darüber denken … ich war ergriffen, also darf ich auch heulen, basta!

Was aber erstaunlich ist; ich heule auch heute noch immer wieder an den gleichen Stellen. In der Öffentlichkeit verdrücke ich mir das natürlich, aber leichtes Pippi in den Augen ist da immer, geht nicht ohne.

Und wenn Sie wissen wollen, an welchen Stellen es mich regelmäßig überkommt, dann schauen Sie hier:

Der Ewige Kreis / Rafiki

Eine bessere Version zum Reinhören habe ich leider nicht finden können, aber hier kann man wenigstens auch was sehen.

 

Endlose Nacht / Simba

 

 

Er lebt in Dir / Rafiki

 

 

Die im Ablauf erste Version des Mufasa (Sie leben hier), die Sie hier zum Vergleich hören können, finde ich stimmlich noch besser, aber vom Gefühl her ist bei Rafiki’s Version spätestens bei 2:10 Minuten Feierabend mit trocknen Augen.

Bevor ich jetzt aber noch mehr Zeit hier verpaddel, mach ich für heute hier Schluss und geh noch eben in die Kaufhalle (wie ich lt. Hamburger Abendblatt von dieser Woche als Ossi zum Discounter um die Ecke zu sagen habe), bevor ich die restlichen Vorbereitungen für den Geburtstag des Hasenmannes treffe.

 

Sonntags …

Endlich mal wieder ein Tag für mich zum Putteln.

“Putteln?” werden Sie fragen “Was ist denn das?”

“Nun,” werde ich antworten “eigentlich ist das gar nichts.”

Also vielmehr so etwas wie *gar nichts und doch was tun*; den Tag einfach mal so vor sich hin plätschern lassen; bissi hier kramen, bissi da kramen – einfach mal die Seele baumeln lassen und Dingen nachgehen, für die man sonst – und ich in der letzten Zeit im speziellen – so gar keine Zeit hatte.

Mir fallen grad so viele Dinge ein, die Sie gar nicht interessieren werden,  für die dieser eine Sonntag gar nicht reichen wird. Der Hasenmann beteiligt sich heute am verkaufsoffenen Sonntag und so habe ich glatte 5 Stunden, in denen ich tun und lassen kann, was ich will. Ich kann das auch so, aber ohne den Hasenmann kann ich das noch ungestörter besser. Ich merke gerade – ich verrenne mich, denn der Hasenmann stört mich so ganz und gar nicht, wenn er hier ist. Im Gegenteil – ich mag es, wenn ich Zeit mit ihm habe. Ich hätte ihn auch viel lieber hier. Und trotzdem: Vor mich hin putteln kann ich am besten ganz alleine. Ach herrje, ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Ich glaub’, ich sollte hier einfach einen Cut machen, bevor ich mich um Kopf und Kragen schreibe.

Gut, was also sind die vielen Dinge, die mir zum Vor-Mich-Hin-Putteln einfallen.

Das liebe Tantchen hat in der kommenden Woche Geburtstag. Also könnte ich die Tauglichkeit und Systematik meines neuen Bastelschranks (von dem ich noch gar nicht berichtet habe) testen und eine Karte basteln. Geburtstagskarten werden  grundsätzlich – soweit es auch nur irgendwie möglich ist – selbst gebastelt.

Wenn ich mich im Spiegel betrachte, könnte meine Haut und auch der Rest von mir ein kleines großes Verwöhnprogramm gut gebrauchen. So was wie Genaralüberholung trifft es wohl am besten.

Aufgrund meiner langen und arbeitsreichen Wochen im Büro sind so viele Einträge hier ungeschrieben geblieben. Ich könnte Ihnen vom letzten Sonntag schreiben, den der Hasenmann und ich so schön verlebt haben. Es war sozusagen unser Jahres(zwischen)tag. Ich würde Ihnen gerne berichten, was es mit unserem Jahres(zwischen)tag so auf sich hat. Vielleicht tue ich das später auch noch. Ich könnte Ihnen von meinen Novembergefühlen berichten. Ich hätte parallel auch noch ein Gulaschrezept und – wenn die Geburtstagskarte dann fertig ist – auch noch die Bastelanleitung ins Netz zu stellen. Von meinen letzten zwei Arbeitswochen möchte ich Ihnen lieber nicht berichten – ich bin froh, sie hinter mir zu haben.

Dann hab ich mal wieder richtig Lust auf Kuscheldecke, Kuschelsocken, Tee und Lesen bekommen.

Gestern war ich wegen des bevorstehenden Geburtstags des lieben Tantchens seit ewigen Zeiten mal wieder in einer Buchhandlung, denn vor geraumer Zeit hat mir das Tantchen mal erzählt, sie würde so gerne das Buch “Es muss nicht immer Kaviar” von Johannes Mario Simmel lesen. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, glaube dem Tantchen aber, wenn sie mir erzählt, dass dieses Buch zu DDR-Zeiten ein richtiger Renner war – wohl wegen der Rezepte, die so ganz nebenbei erläutert werden. Sie hatte aber nie die Zeit oder Muse oder das Interesse, dieses Buch zu lesen. Nun ist sie älter, hat die Zeit, die Muse und das Interesse. Das Tantchen muss sich aber immer sehr lange überlegen, welches Buch sie sich als nächstes leistet, denn sie liest sehr gerne und sehr viel, aber leider steht sie finanziell nicht so gut da, dass sie sich jedes Buch gleich kaufen kann, was sie gerne hätte. Wider Erwarten war das Buch sogar vorrätig – zwar leider nur als Taschenbuch und deswegen als Geschenk nun nicht gerade so schön, aber immerhin. Wichtig ist letztlich ja auch, was drin steht und nicht, wie es gebunden ist. Ich hatte also das Buch stolz in der Hand – das Tantchen wird sich sicher freuen – und auf einmal packte sie mich wieder – die Stöberwut. Aus Buchhandlungen war und bin ich immer ganz schwer wieder raus zu bekommen. Ich weiß nicht, was es ist, aber habe ich eine Buchhandlung erst einmal betreten, schließt sich hinter mir die Tür und irgendwer scheint den Ausgang zu verstecken. Die Welt, die sich mir eröffnet ist so bunt, so facettenreich, so faszinierend, dass ich einfach durch die Regale streifen muss. Und am Ende halte ich drei Bücher in der Hand und muss mich zwingen, meine Augen von den Regalen zu lösen und offen zu sein für die Suche nach dem Ausgang (natürlich mit kurzem Zwischenstopp an der Kasse). Kaum in der U-Bahn konnte ich aber nicht mehr an mich halten und hab das erste Buch aufgeschlagen, angefangen zu lesen und beinahe meine Zielstation verpasst.

Das ist meine Ausbeute von gestern.

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  • Johannes Mario Simmel – Es muß nicht immer Kaviar sein
  • Katharina Hagena – Der Geschmack von Apfelkernen
  • Petra Oelker – Die zerbrochene Uhr
  • Gebrand Bakker – Oben ist es still (war leider nicht verfügbar, kommt aber bald als Taschenbuch, und dann schnapp ich es mir)

Ich freue mich auf den Genuss des Verschlingens der Buchstaben. Das Buch für das liebe Tantchen werde ich natürlich erst nach ihr lesen, wenn sie es denn dann noch einmal leihweise herausrückt. Und bestimmt werde ich berichten:

Was wollte ich heute eigentlich?

Putteln!

Und genau damit fang ich jetzt an, sonst ist die Zeit rum und ich hab’ sie nicht genutzt.

Was red’ ich: Mit dieser Einstellung wird das nix mit dem Putteln! Ich koche mir jetzt erst einmal einen schönen Tee und dann guck ich mal, wonach mir so ist.

Ihnen wünsche ich derweil einen schönen Novembersonntag.

 
 

Goodbye Summer

Willkommen Herbst!

 

Heide-2

Für mich begann der Herbst heute mit einer Migräneattacke, wie ich sie lange nicht mehr hatte, und die mir den ersten Krankheitstag im Büro eingebracht hat – nach fast 1 1/2 Jahren.

Nachdem ich schon mit hämmernden Kopfschmerzen aufgewacht bin und mich unter die Dusche geschleppt habe, ist die sodann beim Frühstück eingenommene Schmerztablette postwendend zurück gekommen – ich hab die Kloschüssel derart lieb gehabt, dass ich sie gleich umarmt habe. Einen zweiten Einnahmeversuch habe ich dann erst einmal unterlassen und mich mit meinem Leid zurück ins Bett verkrochen.

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die bei jedem kleinen Zipperlein einen freien Tag einfließen lassen, schleppe mich eher – wie erst kürzlich – mit einer ausgewachsenen Erkältung ins Büro, nur um nicht anrufen und mich krank melden zu müssen, aber heute ging definitiv gar nichts mehr.

Nothing! Nada! Nüscht! Gar Nüscht!

Gegen Mittag blieb dann die Tablette drin, half aber nicht viel. Die zweite dann brachte den gewünschten Erfolg. Die Kloschüssel sieht mich nur noch von hinten, und seit einer Stunde bin ich auch nimmer wackelig auf den Beinen. Schön, wenn das Hirn nicht mehr an seine räumlichen Grenzen stößt.

Sehr schön!

Genauso schön wie das Wetter.

Ich habe mir erst einmal einen Kaffe auf dem Balkon in der herrlichen Nachmittagssonne gegönnt. Und als ich mich so umsah (ein klein wenig Lichtempfindlichkeit ist da noch) war ich mir sicher, dass es doch richtig war, noch eine Herbstbepflanzung in meine Balkonkästen eingebracht zu haben.

Es war gut, die Bepflanzung zu wechseln.

Nicht nur, weil es schöner aussieht, nein.

Als hätte ich es geahnt.

Freitag hab ich meine Surfinien kurzerhand herausgerissen.

Das

Sommer-1

war definitiv nicht mehr schön!

Auch nicht, wenn man den Abendhimmel mit einfängt:

Himmel

Nein! Nicht schön! Gar nicht schön!

Samstagmorgen erwartete mich dann dieser Anblick:

leer

 

Nein! Nicht Schön! Gar nicht schön!

Für winterliche Tristesse ist es definitiv noch zu sonnig und bunt draußen. Und da ich zum Frönen meines Lasters doch häufiger mal auf dem Balkon stehe, möchte ich auch etwas schönes sehen.

Also: Ab in den Baumarkt und dringend etwas neues besorgt.

So

Balkon

ist es schön.

Ja! Schön! Wirklich schön!

Heide

Die Fenster hab ich auch gleich noch geputzt – wenn ich schonmal dabei bin, dann richtig. Das hab ich eh schon wochenlang vor mir hergeschoben.

Als hätte ich es geahnt!

Sonntagmittag – der Hasenmann und ich wollten gerade zu einer neuen Knipstour aufbrechen – klingelt das Telefon. Nummer – kenn’ ich nicht. Der Anrufbeantworter springt an. Meine Mum! Och nö, wir wollten doch gerade los. Ich lausche … keine weinerliche Stimme, kein “Warum meldest du dich nicht mal?” … nichts von alledem. Stattdessen ein: “Wir sind in Hamburg! Wollen wir uns nicht treffen?”

Ich gebe es zu, ich musste erst einmal schlucken – ich habe meine Familie seit 3 1/2 Jahren nicht mehr gesehen – mannigfache Gründe, aber keine, die ich hier und jetzt erwähnen möchte. Der Cut jedenfalls ging damals von mir aus und beinahe zwei Jahre gab es gar keinen Kontakt.

Nun war sie also hier – meine Mum.

Sie sagte “Wir” … sie sagte doch “wir”, oder? Wer außer ihr war noch da? Hoffentlich meinte sie mit “wir” nicht meinen Vater, dann wäre der Sonntag womöglich komplett hinüber gewesen – schon allein durch diese Nachricht.

Und so stand ich da und guckte schweigend auf das Telefon. Keine Ahnung, wie lange ich da so stand. Keine Ahnung, wie lange es mir vorkam. Keine Ahnung, was mir durch den Kopf ging. Ich stand einfach nur da!

Und dann hörte ich wieder: “Wir sind in Hamburg. Wollen wir uns nicht treffen?”

Ich gucke meinen Hasenmann an und sehe in seinen Augen: Er würde sie gerne sehen. Egal wer “wir” ist.

Klar, dass er es sich wünscht. Er kennt nach beinahe zweijähriger Beziehung lediglich meine Ex-Schwägerin und meinen kleinen Neffen und das auch nur von einem einstündigen Zwischenstopp auf dem Hamburger Bahnhof Mitte Juli. Klar, dass er neugierig ist.

Und wirklich: Es ist langsam mal an Zeit, auch diesen Schritt wieder aufeinander zuzugehen. Egal, wer “wir” ist.

Ich greife also zum Hörer und höre sofort, wie meine Mum sich über meinen Rückruf freut. Im Hintergrund höre ich im Stimmengewirr die Stimme meines Bruders – unwahrscheinlich also, dass mein Vater dabei ist. Wer den grünen Reisetraum gefahren ist, weiß ich jetzt und mein alter Herr macht keine Tour, die nicht zwingend notwendig ist.

Wir machen einen Treffpunkt aus und in mir reift die Idee, die beiden zu uns in die Wohnung zu einem Kaffee einzuladen. Und während ich so darüber nachdenke und den Treffpunkt mit meiner Mum ausmache, schweift mein Blick in unser drittes Zimmer – Wäschekammer, Büro, Gästezimmer, vor allem aber Hobbyzimmer. Und genauso sieht es nach meinen Bastelaktionen zuletzt auch aus.

Kaum aufgelegt fege ich in dieses Zimmer und raffe alles zusammen, was mir in die Finger kommt. Alles rein in irgendwelche Kartons, absolut unsortiert, Hauptsache weg. Ich merke, wie mir die Hände zittern und ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Zimmer hetze.

Fertig! Ordnung wieder hergestellt.

Ein Blick nach oben durch das Fenster: Wie gut, dass die Fenster geputzt und die Balkonkästen frisch bepflanzt sind.

Als hätte ich es geahnt.

Am verabredeten Treffpunkt angekommen, stelle ich mit einer gewissen Erleichterung fest, dass mein alter Herr tatsächlich nicht zu den “wir” gehört. Meine Mum hat sich überhaupt nicht verändert – mein Bruder ist älter geworden und sieht nicht gut aus.

Gar nicht gut!

Man sieht ihm an, was in den letzten zwei Jahren über ihn herein gebrochen ist – sein Arbeitsunfall vor fast zwei Jahren (er ist vom Baum gefallen und hat sich sein Schien- und Wadenbein derart kompliziert gebrochen, dass er heute noch hinkt; dem nicht genug hätte ihn eine Wundinfektion beinahe auch noch das Bein gekostet) und dann der Auszug meiner Schwägerin und meinem kleinen Neffen vor einem Jahr.

Man sieht es ihm an!

Aber egal. Wir begrüßen uns freudig und kein bisschen distanziert. Mein Hasenmann freut sich, endlich auch meine Mum kennen zu lernen. Die beiden freuen sich über die Einladung und kommen gerne mit zu uns nach Hause.

Bei Kaffee und Eis herrscht eine – so nicht erwartete – entspannte Stimmung. Mein Bruder hat sich verändert – zum positiven. Ich glaube, sein Leiden hat ihn geläutert. Ich schäme mich, wenn ich es so bezeichne, aber in gewisser Weise bin ich auch sehr froh darüber. Ich glaube, mein Bruder hat eine Einsicht gewonnen: Das Leben ist nicht planbar und es kann von jetzt auf gleich komplett aus den Fugen geraten. Und ich glaube auch, dass er mich (und das, was ich hinter mir habe)  mittlerweile um einiges besser verstehen kann.  Meine Mum scheint erleichtert, dass sie ihre Tochter in tatsächlich geordneten Bahnen mit einem liebenswerten und zuvorkommenden Hasenmann an ihrer Seite im Leben  und bei sich angekommen sieht und nun auch weiß.

Und wie ich meiner Mum so zuhöre und sie beobachte, schweift mein Blick hinter sie durch frisch geputzte Fenster und einen frisch bepflanzten Balkon. Ich lehne mich zurück und bin erleichtert.

Als hätte ich es geahnt.

Darf ich am Ende noch kurz erwähnen, dass ich aus einem Gärtnerhaushalt stamme? Alle, wirklich alle aus meiner Ursprungsfamilie sind Gärtner. Meine Großeltern: Gärtner. Meine Eltern: Gärtner. Mein Bruder und Ex-Frau: Gärtner. Mein großer Neffe: Gärtner. Ich: Kein Gärtner, aber mit frisch bepflanzten Balkonkästen.

Als hätte ich es geahnt!

 
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Verfasst von - 22. September 2009 in Beobachtungen, Sentimentalitäten

 

Die schönste Stadt der Welt

Für die schönste Stadt der Welt …

… das bedarf keiner ausdrücklichen Feststellung mehr, nech?!!!

 
 

Ohne (weitere) Worte

 
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Verfasst von - 6. November 2007 in Sentimentalitäten

 

Nachruf

Nachruf

~ Peter Gabriel ~ Washing Of The Water~

River, river, carry me on
Living river, carry me on
River, river, carry me on
To the place where I come from
So deep, so wide, will you take me on your back for a ride
If I should fall, would you swallow me deep inside
River, show me how to float,
I feel like I’m sinking down
Thought that I could get along
But here in this water,
my feet won’t touch the ground
I need something to turn myself around
Going away, away toward the sea
River deep, can you lift up and carry me
Oh roll on through the heartland
Till the sun has left the sky
River, river, carry me high
Till the washing of the water, make it all alright
Let your waters reach me, like she reached me tonight
Letting go, it’s so hard, the way its hurting now
To get this love untied
So tough to stay with this thing,
‚cause if I follow through
I face what I denied
I’ll get those hooks out of me
And I’ll take out the hooks that I sunk deep in your side
Kill that fear of emptiness, that loneliness I hide
River, oh river, river running deep
Bring me something that will let me get to sleep
In the washing of the water will you take it all away
Bring me something to take this pain away

Ruhe sanft und in Frieden!

Ich hoffe, die Flut hat dich mit hinaus auf’s Meer getragen!

 
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Verfasst von - 20. September 2007 in Sentimentalitäten

 
 
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